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Hilfe – Da ist ein Hund! – Gegenseitige Rücksichtnahme

Foto: Pixabay

Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Aber das sehen nicht alle so: Manche Menschen haben Angst vor Hunden. Eine Tatsache, die Hundehalter gern im Alltag verdrängen – dabei hilft es, wenn beide Seiten aufeinander Rücksicht nehmen.

Angst hat immer einen Grund. Es kann eine schlechte Erfahrung gewesen sein oder einfach nur die Unerfahrenheit im Umgang mit den Vierbeinern, die Skepsis auslöst. Psychologen bemerken eine Zunahme bei Hundephobien, die meist bereits im Kindesalter entstehen. Oft liegt es daran, dass die Kinder keinen Kontakt zu Tieren hatten und sich dann im Miteinander mit den Hunden überfordert fühlen. Auch die Eltern tragen Schuld: Sie übertragen ihre Sorgen auf das Kind, wenn sie es aus Angst generell von Hunden fernhalten oder es stets zurückziehen, wenn sich ein Vierbeiner nähert. Wer als Kind mit Tieren Kontakt hatte, hat später in der Regel keine Angst vor Hunden. Es gibt inzwischen Therapieeinrichtungen, die sich auf die Phobie vor Hunden spezialisiert haben. Aber auch, wenn es nur eine Berührungsangst ist, die einen auf Abstand zu Hunden gehen lässt: Niemand ist gesellschaftlich verpflichtet, Hunde zu lieben und die Begeisterung von Herrchen und Frauchen zu teilen. Sätze wie „Der tut doch nichts“ oder „Stell dich nicht so an, der will nur spielen“ helfen nicht. Im Gegenteil.

Rücksicht nehmen – auch zum Schutz der Hundes

Wer selbst einen Hund hat, für den scheint es unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die diese Liebe nicht teilen. Unbedacht lässt man seinen gut gelaunten Vierbeiner auf Spaziergänger zulaufen, um diese zu begrüßen. Man selbst weiß ja genau, dass nichts passieren wird. Die Gefahr jedoch ist nicht gering: Wer Angst vor Hunden hat, macht im Umgang mit ihnen garantiert auch alles falsch. Begegnet ein Betroffener einem Hund und seinem Herrchen, versucht er vielleicht schon von Weitem auf sich aufmerksam zu machen – mit wilden Gesten und Rufen. Für den Hund dürfte das aber die perfekte Einladung zum Spielen sein. Treffen Hund und Betroffener dann aufeinander, kann es fatal werden: Aus Angst oder gar Panik wird der Hund vielleicht getreten. Definitiv wird der Angstpatient den Hund permanent beobachten und anstarren – das wiederum könnte der Vierbeiner als Provokation auffassen. Auch das Weglaufen dürfte für Betroffene nicht den erwünschten Erfolg bringen.

Ein paar Regeln helfen

Hundehalter sollten sich daher bewusst machen, dass es Menschen gibt, die Hunde nicht mögen oder sogar Angst vor ihnen haben. Es sollte zu den Grundregeln gehören, dass man seinen Hund bei sich hält und ihn nicht einfach auf fremde Spaziergänger zusteuern lässt. Hört der Hund nicht auf Kommandos, ist eine Leine in Bereichen, wo sich viele Menschen aufhalten, die richtige Wahl. Fahrradfahrer, Jogger, Kinder und Postboten sollten in Ruhe gelassen werden – ob sie Angst haben oder nicht. Wichtig ist, dass Hundehalter auf das Verhalten der anderen Menschen achten: Wer begrüßt den Hund freundlich? Wer kniet sich hin? Wer hat aber vielleicht schon die Straßenseite gewechselt oder bleibt einfach erschrocken stehen? Wer merkt, dass sein Gegenüber Angst vor Hunden hat, sollte das akzeptieren. Es bringt nichts, jemanden mit Druck bekehren zu wollen – sicherlich hätte der Betroffene es auch gern anders. Besonders schlimm wäre es, die Angst des anderen ins Lächerliche zu ziehen. Ob Hund, Spinne, Höhe oder enge Räume: Jeder hat vor etwas Angst.

Hunden kann man nicht aus dem Weg gehen

Hunde zählen zu den beliebtesten Haustieren: 8,6 Millionen der Vierbeiner leben in Deutschland. Wer Angst vor ihnen hat, hat also offensichtlich ein Problem: Hunde gehören ins Straßenbild, sind überall im Alltag anzutreffen – beim Spazierengehen, beim Einkaufen oder sogar im Büro. Ihnen aus dem Weg zu gehen, scheint unmöglich. Natürlich ist niemand verpflichtet, seine Liebe zum Hund zu entdecken. Die Erwartungshaltung aber, dass jeder andere davon ausgeht, dass man Hunde nicht mag, ist zu hoch gesetzt. Es hilft daher wenig, auf Hundehalter zu schimpfen, die ihren Liebling frei laufen lassen. Das ist teilweise sogar ihr gutes Recht. Vielmehr sollten Betroffene möglichst früh und sachlich den Besitzern deutlich machen, dass sie keinen Kontakt mit dem Vierbeiner wollen.

Es hilft, trotz Angst sich mit Hunden und ihren Verhaltensweisen auseinanderzusetzen – damit es gar nicht erst zu Provokationen und Missverständnissen zwischen Hund und Mensch kommt. Wer das Verhalten von Hunden lesen kann, bekommt leichter seine Angst in den Griff.

Denn: Angst ist ein denkbar schlechter Begleiter im Alltag. Es darf nicht sein, dass ein Hund am Eingang eines Supermarktes einen vom Einkaufen abhält oder jeder Spaziergang im Park zu Panikattacken führt. Therapien gegen die Phobien gibt es fast überall – am Ende muss es ja kein neues Haustier werden, aber vielleicht ein Stück weit Erleichterung und etwas mehr Mut.