„High Five – Wechsel!“: West Coast Swing in Kiel

Joscha Larson (links) und Ken Knipphals unterrichten gemeinsam West Coast Swing bei Tanzen in Kiel. FOTO: WIN

Kiel. Wenn in Deutschland Feuerwehrfest ist, dann wird Disco Fox getanzt. Ein Tanz, der recht leicht zu lernen ist und den viele mehr oder weniger beherrschen. Würde das Feuerwehrfest in einer amerikanischen Ortschaft steigen, dann, so Ken Knipphals und Joscha Larson, würde dort West Coast Swing getanzt. Seit gut einem Jahr unterrichten die beiden den Socialdance bei Tanzen in Kiel, Anfang November beginnt ein neuer Kurs.

„High Five – Wechsel!“ ruft Joscha Larson alle paar Minuten. Dann klatschen sich die verschiedenen Tanzpartner ab, die Damen rücken einen Herrn weiter. „Das bedeutet Socialdance“, erklärt Ken Knipphals, der sich auch schon mal mit „Ken – wie Barbie“ vorstellt. „Es gibt keine festen Tanzpartner, jeder tanzt mit jedem.“ Und das sogar auf Turnieren, die es für den in Deutschland erst seit gut fünf Jahren bekannter werdenden Tanz inzwischen auch gibt. West Coast Sing wird zu unterschiedlichen Musikrichtungen getanzt – und zwar ohne dass es einen Grundschritt gibt. Larson lacht: „Das ist eine klassische Frage, nein, es gibt keinen Grundschritt.“ Wohl gebe es vier Grundformen, aus denen sich das tänzerische Universum des West Coast Swing ableite. Den Left-Side-Pass, den Underarm-Turn, den Sugar Push – „Sie ist Sugar, er pusht“, umschreibt der Tanzlehrer diese Form grinsend – und die Whip, eine Art verklausuliertem Platzwechsel, bei dem die Partner hinterher wieder in der gleichen Anordnung stehen.

Der Rest ist Improvisation. „Und gerade diese Freiheit ist es, die mich am West Coast Swing fasziniert“, sagt die 18-jährige Svea Lucht aus Altenholz. Die Abiturientin tanzt seit zweieinhalb Jahren Standard und Latein bei Tanzen in Kiel, vor einem Jahr schnupperte sie beim West Coast Swing rein. Und blieb. Vielleicht auch, weil das Publikum des Kurses ein junges ist. Keiner der Anwesenden scheint die 30 überschritten zu haben, Knipphals und Larson mit ihren 25 beziehungsweise 24 Jahren liegen altersmäßig gut im Schnitt.

14 Paare swingen sich im Foyer von Tanzen in Kiel durch den Abend, alle gemischt – bis auf Knipphals und Larson. Deren Freundinnen tanzen auch West Coast Swing, allerdings nicht während des Unterrichts. „Früher wäre ein gleichgeschlechtliches Trainerpaar ein echtes No-Go gewesen“, meint Larson mit einem Lachen. „Heute geht das.“ Und tanzt weiter: „High five – Wechsel!“

West Coast Swing bei Tanzen in Kiel, immer mittwochs, Kurse beginnen ab 19 Uhr und um 20.30 Uhr. Ein Probemonat frei. Weitere Informationen, auch zu Mitgliedsbeiträgen, unter www.tanzen-in-kiel.de