Hier spielt die Musik – von Volkslied bis Hip-Hop: Heimatbund sammelt aktuelles Liedgut

Marianne Ehlers vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund sammelt für ein neues „Liederaturbuch“ Lieder, Geschichten und Bilder aus dem nördlichsten Bundesland. Foto kae

Kiel. Seit mehr als sieben Jahrzehnten begleitet das kleine blaue Liederbuch für Schleswig-Holstein sangesfreudige Nordlichter. Doch bald hat das 1954 erschienene und 1979 sowie 2001 überarbeitete Werk ausgedient. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund ist gerade dabei, für ein neues „Liederaturbuch“ Lieder, Geschichten und Bilder aus dem nördlichsten Bundesland zu sammeln.

„Die Lieder im alten Liederbuch passen zum Teil einfach nicht mehr in die heutige Zeit und manche sind auch gar nicht Schleswig-Holstein spezifisch“, berichtet Marianne Ehlers vom Heimatbund. Deshalb wird nun an einem Nachfolger gearbeitet. Zusammen mit den beiden norddeutschen Heimat-Musikern Jochen Wiegand und Rainer Prüß haben sich Marianne Ehlers und ihre Kollegen vom Heimatbund ans Sammeln gemacht. „Wir sind auf der Suche nach Liedern, die in den Norden passen“, so Ehlers. Die Songs sollen von historischen Balladen, über klassische Heimatlieder bis hin zu heute gesungenem Hip-Hop oder Rap reichen. „Wir wollen Jung und Alt mitnehmen.“

Doch nicht nur die Lieder selbst sind spannend für die Macher des „Liederaturbuchs“. „Wie der Name schon sagt, soll mehr entstehen als ein normales Liederbuch“, erklärt Ehlers. Deshalb suchen sie und ihre Helfer auch die Geschichten hinter und rund um die Lieder. Woher kommt der Song? In welchem Rahmen wurde und wird er oft gesungen? Welche persönlichen Erlebnisse verbindet jemand mit einem bestimmten Lied? Wie und wo ist das Lied entstanden? Diesen Fragen wollen sie auf den Grund gehen und noch mehr: „Wir freuen uns auch über alte Fotos, die dazu passen, oder Postkarten, Zeitungsausschnitte, Eintrittskarten, Autogramme, die mit den Liedern in Verbindung stehen.“ Entstehen soll am Ende ein spannendes Singe-, Bilder- und Lesebuch.

Daran beteiligen kann sich jeder: Privatpersonen, Vereine, Verbände, Chöre, Schulklassen. „Noch sind wir in der Sammelphase“, erklärt Marianne Ehlers und hofft auf große Unterstützung der Schleswig-Holsteiner. Hochdeutsch, Platt, Friesisch, Sønderjysk, Dänisch, die Sprache des Lieds ist egal. Wichtig ist nur, dass der Bezug zu Schleswig-Holstein da ist. Neben Beiträgen aus der Bevölkerung stöbern Jochen Wiegand und Rainer Prüß auch in den Archiven und suchen dort nach Liedern und Geschichten.

Erscheinen soll das fertige Buch dann in circa zwei Jahren. Bis dahin kann der aktuelle Stand der Sammlung auf einer vom Heimatbund extra dafür eingerichteten Internet-Seite verfolgt werden. Marianne Ehlers ist gespannt, was dort alles zusammengetragen wird: „Wir haben viele Ideen. Mal schauen, was daraus werden kann.“

Gesichert ist zumindest schon einmal ein Teil der Finanzierung: Das Land Schleswig-Holstein hat Projektmittel zur Anschubfinanzierung zugesagt. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich im Kieler Wachholtz-Verlag.kae

Ansprechpartnerin für das „Liederaturbuch“ beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund: Marianne Ehlers, Tel. 0431/98384-15, m.ehlers@heimatbund.de, www.heimatbund.de