Heimische Fischer testen alternative Fangmethoden

Um Besucher sensibel machen für das Thema Fischerei, soll direkt am Möltenorter Hafen ein Fischereimuseum entstehen. Foto: Schymroch

Heikendorf. FLAG Ostseeküste, der Arbeitskreis Fischerei in der AktivRegion Ostseeküste, arbeitet zu vielen verschiedenen Themen rund um die Fischerei. Dabei geht es um die Stärkung der handwerklichen Fischerei, die Verbesserung umweltverträglicher und nachhaltiger Fangmethoden zum Schutz des Ökosystems Meer sowie die Entwicklung lebendiger Fischwirtschaftsgemeinden als Teil der Küstenkultur in der Region. Dazu gehört der Museumssteg in der Marina Wendtorf ebenso wie das geplante Fischereimuseum in Möltenort.

Das Projekt Fischereimuseum in Möltenort steht kurz vor der Realisierung. Zweck des Museums ist die Erforschung, Dokumentation und Darstellung der Fischerei in der Region Möltenort. Auch die Direktvermarktung von frisch angelandetem Fisch ist Thema des Museums. Durch praktische Hinweise hofft man, Besucher veranlassen zu können, ihren frischen Fisch direkt am Kutter zu kaufen. Deshalb ist es den Initiatoren wichtig, dass das Museum am Hafen in Möltenort entsteht. Informationen über Fanggebiete und Fangquoten sollen Besucher sensibel machen für das Thema Fischerei.

Widmet sich das geplante Museum in Möltenort hauptsächlich dem Thema Fischerei, bietet die Vereinigung zur Würdigung traditioneller Schifffahrt im Museumshafen Probstei in Wendtorf eine Auswahl regionaltypischer Fischereifahrzeuge. Im Sommer segeln die Vereinsmitglieder mit interessierten Gästen auf der Kieler Förde. In Verbundenheit mit der handwerklichen Fischerei beteiligt sich der Museumshafen Probstei auch am EU-Projekt „Fisch vom Kutter“. Unter der Adresse www.fischvomkutter.de können Interessierte tagtäglich am frühen Morgen nachlesen, in welchem Hafen frischer Fisch direkt vom Kutter verkauft wird.

FLAG-Sprecher Uwe Sturm beschrieb die Versuche heimischer Fischer mit verschiedenen alternativen Fangmethoden. Die Werkzeuge für alternative Fangmethoden sind zum Beispiel Langleinen, Schleppleinen, Fischfallen, automatische Angeln. Das Bundesamt für Natur- und Umweltschutz unternahm gemeinsam mit dem NABU und vier Fischern Testreihen mit den genannten Methoden. Dazu muss man wissen, dass sowohl Fischfallen als auch automatische Angeln eher in Nordeuropa bei großen Wassertiefen von 60 bis 100 Metern zum Einsatz kommen. Mit Langleinen hatte Leif Rönnau vor Stein großen Erfolg.

Sorge bereitet dem Arbeitskreis die in der Kieler Förde lagernde Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Munitionsbeseitigungsdienste demontieren zwar, wenn möglich, die Zünder, die gefährliche Altlast verbleibt jedoch im Wasser in den Bereichen, die als Munitionsversenkungsgebiete ausgewiesen sind. Zum Beispiel vor der Kolberger Heide bei Heidkate. Die lokale Arbeitsgruppe Fischerei weist immer wieder auf diese Problematik hin, in der Hoffnung, dass eines Tages die giftigen Hinterlassenschaften entsorgt werden können, bevor sie dem empfindlichen Ökosystem Ostsee größeren Schaden zufügen.  (Sy)