Haufen haben keine Chance – Pilotprojekt „Saubere Stadt“ in Kiel auf zwei Jahre ausgelegt

ABK-Mitarbeiter Stefan Herold demonstriert das kotsaugende Gefährt. Trotzdem apelliert die Stadt an Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner per Kotbeutel zu beseitigen. Foto: Thorben Bull

Kiel. Insbesondere Großstädte haben mit erhöhter Verunreinigung und illegaler Abfallentsorgung zu kämpfen. Das ist in Kiel nicht anders. Hinzu kommt ein zahlreiches Aufkommen von Hundekot, der auf öffentlichen Wegen für viele Kieler ein großes Ärgernis im Alltag darstellt. Um dieser Beeinträchtigung der Lebensqualität entschieden entgegenzutreten, macht der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) nun mobil gegen Hundekot.

In dem durch die Ratsversammlung beschlossenen und auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekt „Saubere Stadt“ begegnet der ABK dem anhaltenden Problem der Kotverschmutzung künftig mit einem speziellen Reinigungsfahrzeug. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen elektrisch betriebenen Kleinwagen mit einem etwa 40 Liter großen Auffangbehälter und Saugrohr, das wöchentlich eine Strecke von 50 Kilometern durch die am stärksten betroffenen Kieler Stadtteile Gaarden, Ellerbek, Wellingdorf, Elmschenhagen und Südfriedhof zurücklegt. Allein im Jahr 2017 sammelten die Mitarbeiter der Straßenreinigung geschätzt knapp 500 Tonnen Hundekot ein.

Oberbürgermeister und Abfall-Dezernent Ulf Kämpfer stellte das Gefährt (Kosten rund 35.000 Euro) gemeinsam mit Michael Müller, Leiter der Abteilung Straßenreinigung im ABK, nun vor und erläuterte weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Stadtsauberkeit. „Der Hundekot ist nur ein Aspekt. Eigentlich ist es die normale Pflicht eines jeden Bürgers, seinen Unrat zu beseitigen. Nun muss die Stadt in die Bresche springen“, so Kämpfer. Es gilt zudem, das Bewusstsein zu schärfen, dass es etwa möglich ist, durch den ABK eine kostenlose Abholung von Sperrgut anzumelden. Trotz aller Bemühungen spricht Ulf Kämpfer davon, dass man sich in einem Dilemma befindet: „Unser Ziel ist es, illegal gemeldeten Müll innerhalb von 48 Stunden verschwinden zu lassen. Die Gefahr ist natürlich, dass sich viele denken, ich stelle es hin, es wird ja ohnehin abgeholt. Daher werden wir derartiges Verhalten in Zukunft deutlich stärker sanktionieren.“

Michael Müller erläutert die Hintergründe des Pilotversuches: „Die Maßnahme des ABK, ein spezielles, kotaufsaugendes Fahrzeug anzuschaffen, basiert auf einer in Gaarden durchgeführten Umfrage.“ Weitere entwickelte Maßnahmen sind leicht verständliches Infomaterial zur Abfalltrennung sowie zur ordentlichen Beseitigung von Sperrgut in acht Sprachen. Die illegalen Müllhaufen bringen zudem ein weiteres Problem mit sich. Sie ziehen nämlich Ungeziefer wie etwa Ratten an. Daher spricht Müller auch von einem „ernsten Problem, das nicht der Normalität entspricht.“ tbu

Kieler können illegale Ablagerungen auf öffentlichen Flächen unter Tel. 0431/58540 oder per Mail an service@abk.de dem Kundenzentrum des ABK mitteilen. Weiter ist es möglich, eine Meldung samt Bild an www.sperrgut-a.de zu senden.