Grünes Licht für „Gemeinsam Kiel gestalten“ – Für mehr Nachhaltigkeit und besserer Zusammenhalt: Ortsbeirat Ravensberg signalisiert Unterstützung

Seit eineinhalb Jahren saniert die Topfhaus-Stiftung das 150 Jahre alte Topfhaus im Alten Botanischen Garten. Um nun den Hauptraum zu einem Veranstaltungsraum umbauen zu können, benötigt die Stiftung 15.000 Euro. Foto: Katja Schweckendiek

Kiel. Eine Laufzeit-Messanalage an der Kiellinie, Hilfe bei der Sanierung des Topfhauses im Alten Botanischen Garten, die Finanzierung einer Teilzeit-Stelle für das Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt – mit diesen und zwei weiteren Anträgen bewerben sich Bürger aus dem Bezirk Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook um Fördermittel aus dem Topf „Gemeinsam Kiel gestalten“. Der Ortsbeirat signalisierte nun seine Unterstützung für alle diese Projekte, mit denen Bürger ihren Stadtteil nachhaltig aufwerten und das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern wollen.

Die Höchst-Fördersumme, nämlich 250.00 Euro, braucht Torben Herber für die Umsetzung seines Projekts: die Installation einer Zeit-Messanlage für Läufer an der Kiellinie. Die Idee, die dahinter steckt: Zwischen Schlossgartenbrücke und Parkstraße sollen auf einer Strecke von 3.000 Metern vier solarbetriebene Zeitmessanlagen fest installiert werden, mit deren Hilfe Läufer via RFID-Technologie und einem Chip am Schuh ihre exakte Laufzeit und weitere Daten ermitteln und in einer Internet-Community teilen können. „Förde-Running“ nennen Torben Herber und seine Mitstreiter ihr Projekt, mit dem sie Kiels Ruf als Lauft-Hautpstadt des Nordens weiter stärken wollen.

Die Entscheidung der Ortsbeirats-Mitglieder, den Förder-Antrag für das „Förde-Running“-Projekt unterstützen zu wollen, fiel knapp aus. Kritik kam beispielsweise von Alexander Blazek (CDU), der das System als „zu analog“ für Läufer erachtete und die Vorzüge von Lauf-Apps pries. Anklang fand die Idee mehr bei den bekennenden Nicht-Läufern im Stadtteilgremium. Vorsitzender Dieter Hartwig machte Torben Herber abschließend den Vorschlag, die Installation der Anlage im Zuge der Neugestaltung der Kiellinie zu realisieren, um Kosten zu sparen.

15.000 Euro fehlen der Stiftung Topfhaus, um den Hauptraum im 150 Jahre alten ehemaligen Topfhaus des Alten Botanischen Gartens sanieren und zu einem Veranstaltungsraum ausbauen zu können. Seit eineinhalb Jahren sanieren die Mitglieder der Stiftung das Gebäude aus der Kaiserzeit und wollen es anschließend für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Eröffnung eines Cafés können sich die Mitglieder ebenso vorstellen, wie die Bereitstellung der Räume für Veranstaltungen und Feste. „Bisher haben wir 573.000 Euro investiert“, erklärte Stiftungsmitglied Günter Horstmann und hofft nun auf weitere finanzielle Unterstützung aus dem Fond von „Gemeinsam Kiel gestalten“.

Die könnte auch Bärbel Pook vom Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt gut gebrauchen. Sie und ihre Mitstreiter benötigen dringend eine hauptamtliche Organisations-Kraft, die helfen soll, die sozialen und kulturellen Angebote des Netzwerks im Stadtteil besser zu organisieren und zu strukturieren. „Dafür sind zunächst 15.000 Euro nötig. Die Anschluss-Finanzierung könnte ab 2019 dann aus anderen Töpfen gesichert werden“, so Bärbel Pook.

Die Mitglieder des Ortsbeirats signalisierten mit deutlicher Mehrheit ihre Zustimmung zu diesem Antrag, ebenso wie zu dem der Topfhaus-Stiftung und unterstützen auch den Awo-Bürgertreff Kiel-Nord, der sich mit zwei kleineren Aktionen für einen finanzielle Zuschuss beworben hat. kae