„Große Freiheit Nr. 7“ im St. Pauli Theater

Hannes Kröger, Ex-Matrose, arbeitet als Stimmungssänger in einem halbseidenen Vergnügungslokal auf St. Pauli. FOTO: MARCO MOOG

Hamburg. Es ist DAS St. Pauli-Märchen schlechthin. Der Film von 1944, der die Romantik St. Paulis ausgerechnet in dem Moment festzuhalten versucht, als es durch alliierte Bomber fast vollständig zerstört wurde, beflügelt immer noch die Menschen, die Abend für Abend über die Meile schlendern.

Schon das Zustandekommen des Films war legendär: Ursprünglich vom Propagandaministerium als Würdigung der deutschen Handelsmarine gedacht, wurde bei Regisseur Helmut Käutner die Hauptfigur des Films, Hannes Kröger, zu einem alternden Ex-Matrosen, der als Stimmungssänger in einem halbseidenen Vergnügungslokal auf St. Pauli arbeitet. Käutners Akteure trinken, rauchen, prügeln sich und haben außereheliche Liebesverhältnisse. Der ursprüngliche Filmtitel „Große Freiheit“ musste auf Druck von Goebbels in „Große Freiheit Nr. 7“ umbenannt werden, die Freiheit brauchte eine Hausnummer, denn zu sehr fürchtete man, dass die Zuschauer sonst auf subversive Gedanken kommen würden. Kurios ist auch, dass der Film wegen der nicht mehr zu übersehenden Bombenschäden in Hamburg hauptsächlich in Prag entstanden ist. Als er fertig war, protestierte die Marine gegen die Zeichnung der Hauptfigur, weswegen er nur im noch deutsch besetzten Ausland herauskam und in Deutschland selbst erst im September 1945 gezeigt werden konnte.

Am St. Pauli Theater soll die Geschichte wieder etwas näher an die Entstehungszeit des Films herangerückt werden. Volker Lechtenbrink spielt und singt den Hannes Kröger, der sich in das Mädchen Gisa verliebt, für sie eine bürgerliche Existenz anstrebt und mit ihr in den Hafen der Ehe schippern will. Wie es ausgeht, wissen wir alle, unsterblich sind die Lieder „Beim ersten Mal, da tut’s noch weh“ oder „La Paloma – einmal muss es vorbei sein“.

Voraufführungen 27.  Mai, 19.30 Uhr, 28. Mai, 18 Uhr, Premiere 29. Mai 2017, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen 30. und 31. Mai, 7. bis 11. Juni, 13. bis 18. Juni, 20. bis 23. Juni, 25. Juni, 27. bis 30. Juni, 1. und 2., 4. bis 6. Juli, 9. Juli, sowie 11. bis 15. Juli, jeweils 19.30 Uhr, sonntags 18 Uhr.

St. Pauli Theater, Spielbudenplatz 29-30, Hamburg. Karten gibt es unter der Ticket-Hotline 040 / 4711 0 666 und allen bekannten Vorverkaufsstellen. Kartenpreise: 18,90 bis 68,90 Euro. (ke)