Gerhardtstraße – Gefahrenstrecke?

Die Gerhardstraße ist eng und wird sowohl von Radlern als auch von Autos stark frequentiert. Konflikte sind an der Tagesordnung. FOTO: KAE

Kiel. Autofahrer und Fahrradfahrer zusammen auf der engen Gerhardstraße: Das ist eine gefährliche Mischung.

Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen Radfahrer von Autofahrern bedrängt werden, wie Bürger den Mitglieder des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook berichteten. Deshalb setzt sich das Stadtteilgremium nun dafür ein, dass die Gerhardstraße verkehrsberuhigt wird. Dafür würden einige Ortsbeirats-Mitglieder sogar eine Sperrung der Durchfahrt zwischen Waitzstraße und Beselerallee in Kauf nehmen.

Die Gerhardstraße ist eine Fahrradstraße. Die Gerhardstraße ist aber auch für Autofahrer eine beliebte ampellose Alternativstrecke zur Holtenauer Straße oder zur Feldstraße. Aufgrund dieser Konstellation sind Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern an der Tagesordnung. Per offiziellen Antrag fordern die Mitglieder des Ortsbeirats die Verwaltung nun auf, Lösungsmöglichkeiten dafür zu erarbeiten, wie die Radler in der Fahrradstraße Gerhardstraße frei und sicher fahren können.

„Eine Möglichkeit könnte sein, Tempo 30 in der gesamten Gerhardstraße einzuführen, eine andere, Schwellen einzubauen. Da muss die Verwaltung nun kreativ werden“, erklärte Vorsitzender Dieter Hartwig (SPD), der Verfasser des Antrags. Zuvor hatte Matthias Triebel (Grüne) dem Stadtteilgremium seine Version eines entsprechenden Antrags zur Abstimmung vorgelegt. Darin forderte er von der Verwaltung, zu prüfen, ob eine Sperrung der Gerhardstraße zum Beispiel zwischen Waitzstraße und Beselerallee umgesetzt werden könne. Dadurch solle verhindert werden, dass die Gerhardstraße als Alternativstrecke zur Holtenauer Straße oder zur Feldstraße genutzt wird, so Triebel.

Während Gesa Grube-Bente (SPD) von diesem Vorschlag wenig hält – „Ich finde eine Straßensperrung in der Stadt generell falsch. Was wird aus den Anwohnern und Geschäften, die auf Anlieferverkehr angewiesen sind?“ – fand der Antrag bei Florian Weigel (CDU) große Zustimmung: „Ich kann mit einer Sperrung sehr gut leben. Wir brauchen Straßen, wo schnelles Radfahren möglich ist. Bisher ist die Gerhardstraße als Fahrradstraße wenig durchdacht, da mehrere vorfahrtsberechtigte Straßen kreuzen.“

Bei der abschließenden Abstimmung fand der Antrag Hartwigs schließlich mehr Zustimmung als der Vorschlag von Matthias Triebel. Einig sind sich die Ortsbeirats-Mitglieder auf jeden Fall, dass sich in Sachen Verkehr in der Gerhardstraße so schnell wie möglich irgend etwas tun muss. (kae)