Gemeinsam Kiel gestalten – Ortsbeirat Mitte stimmt über förderungswürdige Projekte ab

Die MS Stadt Kiel braucht eine neue UKW-Sprechanlage und ein neues NAVTEX-Gerät für den Empfang des Wetterberichts. Dafür hofft der Förderverein nun auf Zuschüsse. Foto: Katja Schweckendiek

Kiel. 69 Anträge für Fördergelder aus dem Fonds „Gemeinsam Kiel gestalten“ sind bei der Stadt Kiel eingegangen, allein 15 davon kommen aus dem Ortsbeirat Mitte. In der aktuellen Sitzung stimmten dessen Mitglieder nun darüber ab, welche Projekte zur Verbesserung der Situation im Stadtteil sie als förderungswürdig erachten.

Zwölf Anträge bekamen das Okay des Stadtteilgremiums. Vier davon kamen aus dem Umfeld der „Alten Mu“. Hier wird zum Beispiel Geld benötigt, um einen Workshop-Tag zum Urban Gardening unter dem Motto „Die essbare Stadt“ zu organisieren, eine weitere Veranstaltung der Vortragsreihe „WerkStadtGespräche“ zur Stadt und Gesellschaft von morgen anbieten zu können und das 1. Kieler Buchfestival an den Start zu bringen. Bei diesem Festival sollen einen Tag lang auf dem Gelände der „Alten Mu“ Bücher, Bücher-Macher und Leser im Mittelpunkt stehen.

Ebenfalls in der „Alten Mu“ ansässig ist die Bürger/Werk/Stadt, deren Mitglieder mit Hilfe der Fördermittel den „Tag des guten Lebens“ veranstalten möchten. Bei diesem Projekt sollen einen Tag lang rund 60 Straßen rund um den Südfriedhof ganz den Anwohnern gehören. Das Viertel wird dann autofrei sein, und Bewohner, Geschäftsleute, Gastronomiebetriebe und Schulen organisieren gemeinsam kostenlose Angebote für alle.

Die Nachbarn zusammen bringen möchten auch die Verantwortlichen des Cafés Paletti in der Muhliusstraße mit ihrer Idee des „Lebendigen Kalenders“. Die psychisch behinderten Mitarbeiter des Cafés, das von der Gesellschaft für Soziale Hilfen in Norddeutschland (GSHN) betrieben wird, planen, einmal im Monat interessierte Gäste und Nachbarn mit und ohne Behinderungen zu verschiedenen Veranstaltungen einzuladen. Als erstes ist ein großes Nachbarschaftsfest geplant.

Ebenfalls ein inklusives Angebot ist die offene Gruppe „Nicht Fisch, nicht Fleisch“, die sich regelmäßig im Gemeindehaus der Vicelinkirche trifft. Menschen mit leichten Behinderungen kommen dort zusammen, um miteinander zu spielen, zu kochen und zu reden. Damit auch der Sport dabei nicht zu kurz kommt, sollen nun mehrere Sportgeräte angeschafft werden. Außerdem planen die Teilnehmer ein inklusives Sommerfest.

Für einen Arabisch-Sprachkurs möchten die Mitglieder der Marokkanischen Gemeinde Schleswig-Holstein gerne einen Teil der städtischen Fördermittel verwenden. Ziel des Sprachkurses soll vor allem sein, deutschen Ärzten und Apothekern medizinische Ausdrücke und einfache Sätze auf Arabisch beizubringen, um in Notfällen die Kommunikation zu vereinfachen.

Für neues Leben in leerstehenden Geschäften in der Kieler Innenstadt sorgten im Herbst 2017 neun Tage lang Muthesius-Absolventen und andere kreative Mitglieder des „Netzwerk Revolutionäre Ungeduld“ mit dem „Futur 3“-Festival. 2018 soll es eine Neuauflage geben. Diesmal einen Monat lang mit noch mehr Künstlern und in drei statt in nur zwei leer stehenden Läden. Dafür könnten die Fördergelder gut genutzt werden.

Neue Familienpaten ausbilden möchte der Ortsverband Kiel des Deutschen Kinderschutzbundes und braucht dazu ebenso finanzielle Unterstützung wie der Förderverein des Traditions-Motorschiffs „Stadt Kiel“, der für das fast 84 Jahre alte Schiff eine neue UKW-Sprechanlage und ein neues Navtex-Gerät kaufen möchte, der Verein Miteinander-Füreinander, der in der Muhliusstraße Räume für Non-Profit-Projekte zur Verfügung stellt und eine Gruppe von Anwohnern, die sich um die Umgestaltung des Hans-Sönker-Ecks zwischen Harmsstraße, Jeßstraße und Papenkamp kümmern wollen.

Alle diese Projekt-Anträge nahmen die Mitglieder des Ortsbeitrags Mitte einstimmig beziehungsweise mit großer Mehrheit an. Darüber, wer eine finanzielle Förderung erhält, wird am 6. März im Innen- und Umweltausschuss entschieden.kae