Gemeinsam Abfall sammeln

Stefanie Sudhaus (v.l.n.r), Lisa Vidal, Jacqueline Lindemeyer und Lina Walter sammelten Müll am Falckensteiner Strand. FOTO: GÖD

Kiel. Eine Rangliste der unerfreulichen Art: Bei der Müllsammelaktion des BUND Landesverbands kamen am Falckensteiner Strand rund 85 Kilo Abfall zusammen. Platz eins: Reste von Plastikverpackungen, Platz zwei: Getränkedeckel und Platz drei: Zigarettenkippen.

Zu der Aktion, die zum dritten Mal in Kiel stattfand, hatte die Arbeitsgruppe Ostsee aufgerufen, die zum Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein, gehört. Ungefähr 30 Teilnehmer griffen zu Handschuhen und Müllzangen, um im Abschnitt zwischen Leuchtturm und Fähranleger am Strand und Ufersaum unter anderem Flaschen, Scherben, Trinkhalme und Taue einzusammeln. Auch eine alte Matratze, eine Tür und Paddelteile fanden sich an. Die Abfall-Funde legten die Teilnehmer, sortiert nach Kategorien wie „Glas“ oder „Metall“, auf eine große Plane.

„Ich habe viele Kronkorken und auch Grillkohle entdeckt“, erzählte Teilnehmerin Julia Möller. Mitstreiterin Sarah Höbel wunderte sich: „Es ist erschreckend, wie viele Kippen ich gefunden habe.“ Die BUND-Meeresschutzreferentin Stefanie Sudhaus erklärte: „Ein Zigarettenstummel vergiftet 40 Liter Wasser.“ Mit der Aktion wollte die Organisation auf die Umweltbelastung der Meere aufmerksam machen. „Plastikteile verstopfen den Magen von Meeresvögeln und legen ihn lahm, sodass sie verhungern“, erläuterte Sudhaus. Bekannt ist auch, dass große Kunststoffteile Wasserpflanzen und Korallen abdecken, sodass diese kein Licht mehr erhalten. Zahlen belegen die Gefahr: Drei Viertel des Mülls bestehen aus Plastik. Dieses Material ist erst nach 300 bis 450 Jahren abgebaut.

Die Tipps der Meeresschutzreferentin: „Man sollte seinen Müll am Strand mitnehmen und unverpackte Waren kaufen.“ Darüber hinaus sollten Mehrweg- statt Einwegprodukte genutzt und auf Luftballons verzichtet werden. Auch Fetzen von Ballons fanden die Teilnehmer bei der Aktion. Die Mengen des Abfalls, nach Arten geordnet, geben die Organisatoren nun bei der Meldestelle OSPAR an. Dies ist eine Kommission in London, die sich mit Fragen zum Umweltschutz von Meeren beschäftigt. „Aus den gesammelten Werten zieht sie Schlüsse, wie sich die Müllmenge und -zusammensetzung ändert“, sagte die Referentin. Der sortierte Müll der Aktion am Falckensteiner Strand landete schließlich beim Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel.

Auch um die Themen „Schiffsverkehr“ sowie „Fischerei“ kümmert sich die Arbeitsgruppe „Ostsee“. Der Kreis, der sich jeden dritten Donnerstag im Monat von 18-20 Uhr im Lorentzendamm 16 trifft, ist offen für neue Teilnehmer. Geplant werden auch noch weitere Aktionen. (Göd)