Ewige Sehnsucht nach Natur – „Der Wald vor, lauter Bäumen“ – Katharina Ismer sieht ihn

Foto: Marie-Kristin Kielhorn

Kiel. Momente vergehen. Einige schnell, einige langsamer. Auch in der Natur. Doch bevor sie vergehen, möchte sie die Künstlerin Katharina Ismer festhalten. Diese Liebe zur Natur und alles, was sich in ihr befindet, zeigt die aus Niedersachsen stammende Malerin zurzeit in ihrer Ausstellung „Der Wald vor lauter Bäumen“ in der Galerie Brennwald in Kiel.

„Es sind sehr momenthafte Eindrücke, die ich in der Natur sammle. Ich arbeite wenig mit Fotos oder Skizzen. Alles, was ich sehe, setze ich ohne Vorzeichnung direkt in meinem Atelier um. Denn so sieht man es nie wieder. Das Licht, die Stimmung – das ist alles einmalig“, erklärt die Künstlerin, die nach ihrem Studium der Malerei an der Universität der Künste in Berlin schließlich wieder in ihre Heimat nach Niedersachsen zurückgekehrt ist. Am liebsten malt sie mit Tusche und Ölfarben: „Ölfarben sind leider oft zu zähflüssig, und wenn ich manchmal zehn bis 20 Schichten übereinander setze, greife ich lieber zur Tusche mit viel Wasser. So kommen die einzelnen Schichten viel besser zur Geltung“, weiß die Zweifach-Mama, die während ihrer Schwangerschaften sowieso auf die lösungsmittelhaltigen Ölfarben verzichten musste. Schon während ihres Studiums hat Katharina Ismer die Kalligraphie für sich entdeckt, über die sie schließlich zur Tusche gelangte: „Diese absolute Ehrlichkeit im Strich und die Harmonie zwischen Strich und Farbe ist einmalig“. Wohin es sie dann thematisch treiben wird, war auch schnell klar, denn der Landschaftsmalerei hat sie sich schon früh verschrieben: „Ich bin in einem Haus im Wald aufgewachsen, daher hatte ich schon immer eine starke Bindung zur Natur. Das Spielen im Wald ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen, und die Zeit in Berlin hat sicherlich dazu beigetragen, dass sich meine Sehnsucht zum Lande verstärkte“, erinnert sich die Diepholzerin. Wieder angekommen in ihrer Heimat, kam dann die Angst, diese wundervolle Natursehnsucht wieder zu verlieren, da nun alles zum Greifen nah war. Dass sich diese Befürchtung allerdings nicht bewahrheitet hat, ist noch bis zum 7. Oktober in der Feldstraße 133 zu sehen.kie

Galerie Brennwald, Feldstraße 133, Kiel. Tel. 0431/334513, www.brennwald-kunst.de