Europa zwischen Tradition und Moderne

19 Gewinner der vier teilnehmenden Kieler Schulen wurden im Ratssaal des Rathauses in Kiel für ihre Arbeiten ausgezeichnet. FOTO: TBU

Kiel. Noch bis vor kurz vor der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten war die Sorge noch groß um das Ende der EU. Insbesondere die Probleme der Flüchtlingskrise ließ vielen Populisten Gehör finden. Dabei ist die kulturelle Vielfalt einer von Europas größten Schätzen.

Unter dem Motto „In Vielfalt geeint – Europa zwischen Tradition und Moderne“ waren Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge dazu aufgerufen, sich auf Spurensuche zu begeben und ebenjene Kulturschätze zu heben. Der Europäische Wettbewerb ist einer der ältesten Schülerwettbewerbe Europas, der in diesem Jahr bereits seine 64. Ausgabe ausrichtete. Im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal des Kieler Rathauses ehrte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar gemeinsam mit Wilfried Saust, Vorsitzender des Kreisverbandes Kiel der Europa-Union, die 19 Preisträgerinnen und Preisträger der vier teilnehmenden Kieler Schulen (Gorch-Fock-Schule, Grundschule Russee, Max-Planck-Schule, RBZ Wirtschaft) und der Kunstwerkstatt „Annas Atelier“. Auch vor dem Hintergrund der zuletzt politisch schwierigen Zeiten „ist es wichtig, dass sich alle, jung und alt, für die EU begeistern“, so Tovar in seiner Ansprache und gibt dem Nachwuchs mit auf den Weg: „Macht euch ein eigenes Bild, entwickelt eine eigene Meinung und stellt auch weiterhin Fragen, denn davon lebt Europa.“ René Marquardt, Landesvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten, schlägt in dieselbe Kerbe und rät in Form von Eurasmus oder Schüleraustauschprogrammen Erfahrungen zu sammeln. „Ich habe Freunde überall in der EU verteilt und somit erlebe ich Europa immer als ein spannendes Europa.“

Die Gewinnerarbeiten wurden in der Rotunde im 2. Stock des Rathauses ausgestellt. Der Kreativität und Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Die Freunde Lina Brey, Alberta Horstmann und Ivo Otto kamen über das Nachmittagsangebot der Gorch-Fock-Schule zum Wettbewerb. Sie wählten das Thema „Zeitreise“ und überzeugten mit gemalten Bildern aus der Steinzeit (Lina) und der Zukunft (Alberta, Ivo). Dabei hatte jeder seine eigenen Gedanken zu Europa und ließ diese mit in die Motive einfließen. Lina spricht von „kleinen Details“ die ihr beim Malen einfielen, Ivo hatte „einfach angefangen“ und ließ ebenso das Bild beim Malprozess wachsen, während sich Alberta ihre „Lieblingsstadt Berlin“ in der Zukunft vorstellte.

Bundesweit nahmen über 85.000 Schülerinnen und Schülern am diesjährigen Wettbewerb teil. Aus Schleswig-Holstein waren rund 2.000 dabei. Insgesamt beteiligten sich 1.240 Schulen. Ein großer Dank gilt auch allen Nicht-Gewinnern, denn die reine Teilnahme belebt nicht nur den Wettbewerb, sondern fördert auch die Gemeinschaft. Somit haben sich alle einem europäischen Grundgedanken angeschlossen. (tbu)