Es summt und brummt im Blütenmeer

Auf der Wiese bei Darry blühen Wiesenmargeriten. Daneben finden sich zahlreiche andere selten gewordene Wildpflanzen in der Fläche. FOTOS: KIB

Lütjenburg. Die Grünfläche am Hessenstein soll im Rahmen des Projektes „BlütenMeer 2020“ erblühen. Darüber wacht Biologe Björn Rickert.

Ein weißes Blütenmeer, Wiesenmargeriten, wohin das Auge blickt. Diese Fläche hier am Hessenstein macht Dr. Björn Rickert sehr zufrieden.

Der Biologe beschäftigt sich mit seinem Planungsbüro mit der Umsetzung von Naturschutzprojekten und kann dabei zusehen, „wie aus nicht so schönen Flächen schöne werden“. Wie hier bei Darry, wo er für die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die Entwicklung des Grünlands begleitet, das im Rahmen des vom Bundesumweltministerium mit zwei Millionen Euro geförderten Projekts „BlütenMeer 2020“ Blütenpracht entfalten soll.

Langfristig sollen im ganzen Land 2.500 Hektar von den Maßnahmen profitieren. Wildbunte Blumenwiesen gehörten früher zum Landschaftsbild Schleswig-Holsteins. Durch intensive Bewirtschaftung haben sie sich im wahren Sinne des Wortes vom Acker gemacht. Auf den Flächen, die für das Projekt in Frage kommen, ist extensive Bewirtschaftung mit maximal zweimal mähen im Jahr und der Verzicht auf Dünger- und Herbizideinsatz Voraussetzung. „Das ist keine Erfindung des Naturschutzes, sondern war bis 1960 übliche Grünlandpraxis“, erklärt Rickert.

Hier vor Ort habe man vor einem Jahr mit den Aufwertungsmaßnahmen begonnen, zusätzliche Arten durch Mahdgut eingebracht. Die Fläche mit den Margeriten sei allerdings ein besonderer Glücksfall, sonnige Südhänge wie dieser nicht gerade typisch für Schleswig-Holstein.

Hier werde außerdem bereits seit 15 Jahren nicht mehr gedüngt, nur noch einmal im Jahr gemäht, das Mahdgut dann abgeräumt: je ärmer der Boden, desto bunter die Wiese. Wer genau hinschaut, findet neben der Margerite viele andere Wildblumen, darunter Wiesenwitwenblume, Ferkelkraut, Flockenblume und die rotviolett blühende Heidenelke, um nur einige zu nennen. Darüber summt und brummt es – Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden einen gedeckten Tisch.

Der Biologe Dr. Björn Rickert begleitet die Entwicklung des Grünlands bei Darry im Rahmen des Projektes „BlütenMeer 2020“.

Besonders angetan ist Rickert vom Aufkommen des gelb blühenden Großen Klappertopfs, der sich als Halbparasit von Graswurzeln ernährt, das Gras zurückdrängt und damit Platz für andere Kräuter schafft. Die „Superentwicklung“ dieser Fläche hat sie bereits von der Empfänger- zur Spenderfläche aufsteigen lassen. „Das Mahdgut haben wir gedroschen und getrocknet, mit Regio-Saat, das ist Wildblumensaat aus Schleswig-Holstein, angereichert und in der Nachbarschaft auf einer Empfängerfläche aufgebracht, die Robustrindern als extensive Weide dient.

 

Damit die Saat aufgehen kann, haben wir zuvor mit einem Großflächenvertikulierer etwa 50 Prozent offene Fläche geschaffen.“ Und auch hier zeigt sich bereits ein Teilerfolg: kleine grüne Blätter überall, die Saat keimt.

Neben Margerite identifiziert der Biologe Wilde Möhre, Wiesenflockenblume, Labkraut und viele Arten mehr. Wenn alles gut geht, wird es auch hier nächstes Jahr kräftig blühen. (kib)

Informationen bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Eschenbrook 4, Molfsee, Tel. 0431/21090101, www.stiftungsland.de