Es geht auch ohne Plastiktüten – Kieler Markant-Markt erprobt Mehrwegbehälter am Bedientresen

Der stellvertretende Marktleiter Henryk Pöschel und Fachverkäuferin Steffanie Brinker zeigen wie es geht: Der Kunde fasst nur seine Dose an, die Verkäuferin nur das Tablett. Foto: kst

Kiel. Ware von der Frischetheke im Supermarkt in die eigene Plastikdose füllen lassen, um Verpackungsmüll zu vermeiden? Lange schien das aus hygienischen Gründen praktisch unmöglich. Der Kieler Markant-Markt in der Alten Weide im Stadtteil Schreventeich macht jetzt vor, wie es doch geht. Der Trick heißt „Hygiene-Tablett“. Um die gesetzlich vorgeschriebenen Hygienestandards einhalten zu können, dürfen die Mitarbeiter an der Frischetheke die von Kunden mitgebrachten Behälter nicht berühren. Bei Markant stellen die Kunden ihre Dose ohne Deckel auf das Tablett. Die Markt-Mitarbeiter fassen nur das Tablett an. Beim Einfüllen von Wurst, Fleisch oder Salaten passen sie auf, mit dem Auffüllwerkzeug nicht die Dose zu berühren. Dann nimmt der Kunde selbst die befüllte Dose vom Tablett, drückt den Deckel drauf und nimmt auch den Waagenbon entgegen, mit dem er an der Kasse bezahlt. Das Tablett kommt sofort in die Reinigung. „Wir beobachten eine größere Sensibilität unserer Kunden für das Thema Plastik. Deshalb möchten wir ihnen eine Alternative bieten und Möglichkeiten zur Plastikmüllvermeidung aufzeigen“, erklärt Markant-Warenbereichsleiter Mathias Muschter.

Noch ist das Verfahren vielleicht etwas ungewohnt und dauert ein kleines Bisschen länger als das sonst übliche Abwiegen und Verpacken in Einschlagpapier und Plastik – vor allem weil das Markant-Team ein paar Dinge immer wieder noch einmal erklären muss: Dass es nämlich zum Beispiel nicht möglich ist, einmal eingefüllte Ware wieder herauszunehmen. „Wir sprechen dafür vor dem Einfüllen genauer mit den Kunden ab, welche Menge die richtige ist“, sagt Fleischermeister Stefan Laatsch. Verpackungen aus Glas oder Keramik können wegen der Splittergefahr nicht verwendet werden. Doch die Reaktionen der Kunden in der seit Mai laufenden Testphase seien überwiegend sehr gut, stellt der Fleischermeister fest. Die zur Bartels-Langness-Unternehmensgruppe gehörende Markant-Kette plant, den Einsatz von Mehrwegbehältern am Bedientresen auf alle 32 Markant-Supermärkte in Norddeutschland auszudehnen. Der Kieler Markt in der Alten Weide bietet jetzt schon weitere Alternativen zu Plastik an: Wer keine Dose dabei hat, kann für geeignete Waren auch Papiertüten als Verpackung wählen. In der Obst- und Gemüseabteilung stehen halbtransparente Stoff-Zugbeutel zum Verkauf, die immer wieder benutzt werden können. kst

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