Erster Platz für Heikendorferinnen

Für die Entwicklung einer Messmethode in der Apnoe-Diagnostik wurden Carla Christina Kulcsar (li.) und Yasmina Höher aus Heikendorf mit dem ersten Platz auf dem Fachgebiet „Arbeitswelt“ im landesweiten Wettbewerb „Jugend forscht“ ausgezeichnet. FOTO: SY

Heikendorf. Wenn man Carla Christina Kulcsar und Yasmina Höher nach ihren Hobbys fragt, denken beide erst ein paar Sekunden nach. Fragt man sie jedoch nach ihrem „Jugend forscht“-Projekt, strahlen beide und die Antwort kommt „wie aus der Pistole geschossen“.

Die beiden fünfzehnjährigen Schülerinnen der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf haben sich mit dem Problem „Apnoe“ beschäftigt. Apnoe ist eine Atemstörung, die in schweren Fällen lebensbedrohlich ist. In schwächerer Form löst eine Apnoe Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen aus, wodurch wiederum dauerhafte gesundheitsschädigende Stresszustände entstehen können. Carla und Yasmina haben eine Messmethode entwickelt, um ohne aufwändige Apparaturen frühzeitig eine Apnoe diagnostizieren zu können. Für diese Entwicklung wurden sie mit dem 1. Platz auf dem Fachgebiet „Arbeitswelt“ im landesweiten Wettbewerb „Jugend forscht“ belohnt.

Die Frage, warum sie sich einem Problem gewidmet haben, das bei jungen Menschen nicht gerade topaktuell ist, konnte schnell geklärt werden. „Mein Opa leidet darunter, und wir haben in der Familie darüber diskutiert, wie ihm geholfen werden kann“, erklärt Yasmina, und Carla ergänzt, dass ihr die Erkrankung auch durch Gespräche in der Familie bekannt ist. Waren denn während des Wettbewerbs Schule und Forschung miteinander vereinbar? Die Mädchen lachen und erzählen, dass sie sich tatsächlich manchmal sogar schon vor Unterrichtsbeginn getroffen haben, um an ihrem Forschungsprojekt zu arbeiten. „Wenn man eine gute Idee hat, möchte man die ja auch möglichst gleich testen oder sogar umsetzen“, erzählt Carla. „In der Schlussphase gab es sehr viel zu tun, und da bekamen wir auch schon mal eine Freistunde“, ergänzt Yasmina. „Unser Wohnzimmer zu Hause sah zeitweilig aus wie ein Labor“, schildert Carla. Die Mädchen waren sich jedoch der uneingeschränkten Unterstützung ihrer Familien sicher. Beide Elternpaare sind naturwissenschaftlich tätig und konnten so den einen oder anderen Tipp geben. Kamen denn nicht die Hobbys in dieser Zeit etwas zu kurz? Die Beiden schauen etwas irritiert. „Aber das ist doch ein Hobby, wir haben unheimlich viel Spaß daran, da vermissen wir keine andere Beschäftigung“. Sie sind zu Recht stolz und glücklich über ihren Erfolg bei „Jugend forscht“. Nun werden sie mit den anderen Preisträgern Schleswig-Holstein beim bundesweiten Wettbewerb vertreten, der Ende Mai in Erlangen stattfinden wird. Beide strahlen Zuversicht aus, „aber spannend wird es bestimmt“, davon sind sie auch überzeugt. Bevor sie sich wieder ihrem Projekt widmen, genießen sie die Osterferien, werden auch mal wieder zusammen Badminton spielen oder einen Stadtbummel machen. (Sy)