Erst schießen, dann fragen – Wie Strafvollzug im „Wilden Westen“ funktionierte

Ein alter Gefängniswagen, wie er im Wilden Westen genutzt wurde. Foto: hfr

Kiel. Dietmar Kuegler ist Nordamerika-Experte und kennt sich mit den Cowboys, Outlaws und vor allem den Sheriffs der amerikanischen Pionierzeit aus. Am morgigen Donnerstag, 3. Mai, wird er auf Einladung der Amerika-Gesellschaft ab 19 Uhr in seinem Vortrag in der Landesbibliothek darüber berichten. „Erst schießen, dann fragen“ lautet in vielen Westernfilmen die Devise. Recht und Gesetz sind Begriffe, die in der Regel nicht mit der amerikanischen Pionierzeit in Verbindung gebracht werden. Sheriffs, Constables und Marshals hatten ihre Wurzeln im mittelalterlichen England, so wie das gesamte amerikanische Rechtssystem ursprünglich auf den Überlieferungen der ersten englischen Kolonisten, der Puritaner, beruhte. Es hatte biblische Wurzeln und wurde nicht vom Gedanken der Rehabilitation, sondern der Revanche getragen. Das ist teilweise noch immer so.

Von den ersten Blockhausgefängnissen über burgähnliche Zuchthausbauten und Wüstenkerker in den unwirtlichsten Gebieten, bis zu privat betriebenen Haftanstalten heutiger Tage, ist das Konzept von Vergeltung und Abschreckung in Nordamerika immer dominant gewesen. Dietmar Kuegler skizziert in seinem Vortrag die Entwicklung der amerikanischen Justiz in den westlichen Pioniergebieten. Er hat bei seinen Recherchen zahlreiche historische Zuchthäuser und auch einige heutige Gefängnisse der USA besucht, sowie mit Sheriffs und Juristen gesprochen.

„Faustrecht – Verbrechensbekämpfung und Strafvollzug in der amerikanischen Pionierzeit“. Vortrag von Dietmar Kuegler, Donnerstag, 3. Mai, 19 Uhr, Landesbibliothek Schleswig-Holstein, Wall 47, Kiel. Eintritt 5, erm. 3 Euro