Endlich einmal wieder Kind sein

Beim „Carrera Charity Cup“ des Lions Club Kiel Oben konnten Firmen-Teams gegeneinander Rennen auf einer 50 Meter langen Carrera-Bahn fahren. FOTOS: KAE

Kiel. Etwa 30 erwachsene Männer blicken gebannt auf kleine Carrera-Autos, die über eine 50 Meter lange Strecke flitzen, feuern sie an, ärgern sich bei Crashs und futtern dabei Gummibärchen und Salzstangen: Was sich eher nach Kindergeburtstag anhört, ist das neueste Charity-Event vom Lions Club Kiel Oben. Mit dem „Carrera Cup“ sammelten sie nun rund 5000 Euro für den guten Zweck.

Die Faszination, die die riesige Carrera-Bahn auf die Männer und an diesem Abend auch auf zwei Frauen ausübt, ist nicht zu übersehen. Mit glänzenden Augen stehen die Erwachsenen am Rande der Bahn. Jeder möchte mal einen Drücker in die Hand nehmen und selber eines der kleinen Autos über die Rennstrecke jagen, möchte besser und schneller sein als seine Kollegen. Denn es sind Firmen-Teams, die beim „Carrera Charity Cup“ des Lions Clubs gegeneinander antreten. Bis zu sechs Teams mit je sechs Mitgliedern konnten sich anmelden und an einem der vier Abende teilnehmen. 250 Euro kostete die „Startgebühr“.

Vom Rennfieber gepackt: (v.li.) Volker Schwarz, Nicole Frömming, Jorn Kick und Malte Plöhn gaben mit ihren Carrera-Autos richtig Gas.

„Die Resonanz war sehr gut. Wir waren an fast jedem Abend ausgebucht“, berichtet Mit-Organisator und Rennleiter Helmut Bauer. Der geschäftsführende Gesellschafter der Kieler HWB-Unternehmensberatung ist der Herr der Bahn, die die HWB den Lions zur Verfügung gestellt hat. Er hat den Überblick über die verschiedenen Autos, bereitet die Rennen vor und fungiert auch als Schiedsrichter. „Wenn jemand schubst, wird er schon mal ermahnt“, erzählt Bauer. Nach vier Rennabenden weiß er auch: „Hier werden die Erwachsenen wieder zu Kindern. Nach spätestens drei Runden glaubt jeder, dass er selbst im Auto sitzt.“

Und das Rennfieber packt auch die Zuschauer. Es wird kommentiert, applaudiert und angefeuert, was das Zeug hält. Bei Unfällen muss das Publikum aber auch mithelfen und die Autos schnellstmöglich auf die Bahn zurück setzen. Jeder Teilnehmer darf zumindest einmal in der Vorrunde an den Steuerknüppel. Die Besten qualifizieren sich dann jeweils für die nächste Runde, bis am Ende der Carrera-Cup-Champion des Abends mit einer Flasche Champagner belohnt wird.

Das Rennfieber gepackt hat an diesem Abend auch Volker Schwarz von der Firma „Weitkamp und Partner“ und Malte Plöhn von der Anfino GmbH. „Carrera-Fahren auf solch einer Anlage ist schon immer ein Kindheitstraum von mir“, berichtet Volker Schwarz, und auch für Malte Plöhn ist es eine „Erinnerung an die Vergangenheit“. Beide haben an diesem Abend jedenfalls viel Spaß und loben die Aktion der Lions. Zufrieden sind nach dem vierten Renntag auch Helmut Bauer und seine Mitstreiter: „Es wird 2018 auf alle Fälle wieder einen Carrera Cup geben.“ Wofür genau die eingenommenen Spenden verwendet werden, wissen sie allerdings noch nicht genau. Fest steht nur, dass das Geld einem Projekt für Kinder zugute kommen soll. kae