Elektrisch im Namen des Herrn – Der Kirchenkreis Altholstein ist nun emissionsfrei unterwegs

Neumünster. Mit Rallye-streifen, aber ohne Auspuffgase: So sind die Mitarbeiter des Zentrums kirchlicher Dienste des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein unterwegs. Zu diesem Zweck parkt ein nagelneues Elektroauto, ein Renault Zoe, am Annemarie-Grosch-Haus in Neumünster. Praktisch von oben bis unten ist es im Design des Kirchenkreises beklebt. „So sind wir erkennbar ,im Namen des Herrn‘ unterwegs“, lacht Pastor Dr. Jens Beckmann, seines Zeichens Leiter des Zentrums kirchlicher Dienste. Man müsse sich nur daran gewöhnen, dass der elektrische Motor ordentlich Wumms hat, obwohl man ihn kaum höre.

„Wir bemühen uns als kirchliche Einrichtung, dem christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung nachzukommen. Dieser Wagen ist ein Schritt dazu“, nennt Beckmann einen Grund für die Anschaffung. Seine Mitarbeiter kämen viel im Kirchenkreis herum. Deshalb gehe es zugleich darum, einen klugen Mix der Verkehrsmittel hinzubekommen: Bus und Bahn genauso eingeschlossen wie das Fahrrad. Schließlich seien nicht alle Gemeinden des Kirchenkreises optimal an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Dass der Zoe auf dem Hof steht, daran ist Dr. Beate Jentzen nicht ganz unschuldig – im Gegenteil. Als Vorsitzende des Umweltausschusses und langjährige Umwelt-Beauftragte im Kirchenkreis Altholstein hat sie „dicke Bretter gebohrt“. „Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, das ging nicht von heute auf morgen. Aber nun ist es endlich soweit“, freut sich Jentzen. Die Ehrenamtliche hat beobachtet, dass viele Irrtümer und Vorurteile zu Elektroautos im Umlauf sind: „Auch wenn bei der Produktion eines Zoe mehr CO2 entsteht als bei einem vergleichbaren Modell: nach 30.000 Kilometern ist das wieder kompensiert.“ Die Batterien des Autos enthielten auch keine, in Verruf gekommene, Seltenen Erden, sondern Lithium. „Die Vorräte davon sind nahezu unbegrenzt, und die Akkus lassen sich zu 98 Prozent recyceln“, stellt Jentzen klar.

Damit das E-Auto immer genügend Saft hat, ist am Annemarie-Grosch-Haus eigens eine E-Tankstelle, eine sogenannte Wallbox, installiert worden. Sind seine Batterien voll mit Ökostrom geladen, bietet der Wagen eine realistische Reichweite von rund 200 Kilometern.