Einsame Spitze in ihrem Fach – Jana Cristin Rohr aus Kiel ist bundesbeste Auszubildende geworden

Jana Cristin Rohr mit DIHK-Präsident Eric Schweitzer bei der Preisverleihung in Berlin. Foto: DIHK/Schicke/Ebner

Kiel. „Ich denke, das Ereignis werde ich ein Leben lang in Erinnerung behalten.“ Jana Cristin Rohr spricht von dem Abend Anfang Dezember, an dem sie im Maritim-Hotel in Berlin mit 212 anderen Auszubildenden als Bundesbeste ihres Fachs ausgezeichnet wurde. Rund 1.000 Gäste waren da, der DIHK-Präsident überreichte Urkunden und Pokale, und die gesamte Veranstaltung wurde von Barbara Schöneberger moderiert. „Es war schon etwas surreal“, berichtet die 22-Jährige, „wie wir in schicken Kleidern oder Anzügen die Treppe hinunter schreiten mussten, das Ganze zur Musik von ‚Game of Thrones’. Da wurde ich schon etwas emotional.“

Jana Cristin Rohr war von 2014 bis 2017 Auszubildende zur Personaldienstleistungskauffrau bei der GMSH in Kiel. Ihr Vorgesetzter, Geschäftsbereichsleiter Burckhard Lauf, erkannte das Potential der neuen Mitarbeiterin schon am ersten Tag. „Er hat mir die Urkunden an der Wand gezeigt, von kreis- oder landesbesten Auszubildenden, die hier gelernt haben, und mir scherzhaft gesagt, dass er das auch von mir erwartet.“

Die Erwartungen wurden weit übertroffen. In ihrer mündlichen Prüfung schaffte Rohr als Ergebnis unschlagbare 100 Prozent, insgesamt hat sie die Prüfungen mit 96 Prozent abgeschlossen – und wurde somit bundesbeste Auszubildende im Bereich der Personaldienstleistungskaufleute.

Von dem Beruf hat sie vorher noch nichts gehört – so wie es vermutlich vielen Menschen geht. Nun betreut Jana Cristin Rohr 270 Mitarbeiter bei der GMSH, wo sie nun fest angestellt ist. Vom ersten Telefonat wegen einer Einladung zum Bewerbungsgespräch bis hin zum Renteneintritt ist Rohr für ihre Kollegen da. Dabei lernt sie von Reinigungskraft und Hausmeister bis hin zu Architekten und Führungskräften fast jeden kennen. „Alle sind unterschiedlich. Ich mache zwar die gleichen Aufgaben, aber es ist so spannend, mit den einzelnen Persönlichkeiten umzugehen und neue Menschen kennenzulernen“, so Rohr.

Und wie ist sie Bundesbeste geworden? „Alle, die mich kennen, wissen, dass es nichts mit Fleiß zu tun hatte“, lacht Rohr. „In der Klasse waren wir nur elf Mitschüler. Da haben wir viel zusammen unternommen, konnten uns aber auch beim Lernen helfen.“ Das sei ihr schon immer leichtgefallen. „Ich kenne das noch vom Abitur. Die wichtigen Informationen habe ich mir auf einem Zettel zusammengefasst. Wenn mich etwas wirklich interessiert und mir Spaß macht, dann behalte ich es auch.“ Für die Abschlussprüfung war es offensichtlich genau die richtige Methode, wenn auch nicht der einzige Grund für den Erfolg. „Meine Freunde und Familie haben mich natürlich unterstützt, genau wie mein Arbeitgeber.“ So habe sie immer wieder nachfragen können, wenn beim Lernen Probleme auftraten und habe vor der Prüfung zwei Tage frei bekommen, um sich auf die Prüfung vorzubereiten. „Außerdem hat es natürlich geholfen, dass ich zum Beispiel die Gesetzestexte nicht nur in der Theorie gelernt habe, sondern beinahe täglich in der Praxis anwenden konnte. Ich konnte schon von Anfang an viel eigenständig arbeiten, das hat mich immer motiviert.“ Zur Belohnung für die gute Leistung gab es dann auch eine große Torte und eine kleine Feier samt Konfetti. „Alle haben sich wahnsinnig für mich gefreut.“

Übrigens: Derzeit sucht die GMSH für 2018 auch noch neue Auszubildende, die Kaufleute für Büromanagement in Kiel, Lübeck oder Flensburg werden wollen. Vielleicht ist auch unter ihnen ja der nächste Bundesbeste dabei.chk