„Einmischung erwünscht!“ – Heinrich-Böll-Ausstellung

Freia Scheele von der Böll-Stiftung hat ein Begleitprogramm für Besucher entwickelt. FOTO: HEINRICH-BÖLL-STIFTUNG

Kiel. Der deutsche Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein vom kommenden Mittwoch an die Ausstellung „Einmischung erwünscht! Heinrich Böll – Leben und Werk“. Die Ausstellung zeichnet das Leben Heinrich Bölls nach, gibt Einblicke in sein sehr umfangreiches schriftstellerisches Werk und beleuchtet sein gesellschaftspolitisches Engagement. Heinrich Böll: Die Nennung seines Namens reicht, und ein Tableau von Ereignissen, Szenen, Bildern der sogenannten „Bonner Republik“ wird aufgerufen: „Der Deutsche Herbst“, die Kontroversen mit der Springer-Presse um Bölls Spiegel-Artikel über Ulrike Meinhof, im gleichen Jahr die erste Verleihung des Literaturnobelpreises an einen deutschen Schriftsteller nach dem Zweiten Weltkrieg, die Friedensbewegung der 1980er Jahre, seine Freundschaft zu Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew. Wegbereitend ist Heinrich Bölls Einsatz und der seiner Familie für mehr Menschlichkeit. Heinrich Böll steht für einen Typus von Schriftsteller, der sich verantwortlich fühlte für die Welt, der sich einmischte. Und Böll gehörte zu den wenigen Schriftstellern, die vor allem in den Jahren unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs die deutsche Verantwortung thematisierte und vehement gegen die Verdrängung von Erinnerung und Schuld ankämpften. Seit ihrer Gründung 1997 trägt die grünennahe Stiftung auf Bundesebene den Namen Heinrich Bölls und würdigt damit sein Lebenswerk. Die neue Wanderausstellung präsentiert auf rund 20 Tafeln das schriftstellerische Werk Heinrich Bölls, seine Poesie des Tuns, seine Haltung der Welt gegenüber. Die Ausstellung verfolgt keine rein chronologisch ausgerichtete Darbietungsweise, sondern eine an signifikanten Schlüsselbegriffen orientierte Exposition der wichtigsten Ereignisse und Themen im Leben Heinrich Bölls. Die Ausstellung in den Galerieräumen des Atelierhauses im Anscharpark Kiel wird am kommenden Mittwoch um 18 Uhr mit einem kleinen Empfang eröffnet und ist bis zum 24. September zu sehen. Für Schulklassen und andere Besuchergruppen gibt es im Anschluss an den Ausstellungsrundgang vertiefende Informationen mit kleinen Filmen zu verschiedenen Lebensabschnitten Heinrich Bölls. Eine kurze Einführung in die Ausstellung erfolgt auf Wunsch auch in arabischer Sprache. In Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino Kiel werden zwei Filme gezeigt. In einer Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Schleswig-Holstein wird Jochen Schubert am Mittwoch, 20. September, grundlegende Einsichten in das literarische Werk bieten; Markus Schäfer wird am Freitag, 22. September, den Lebensweg von Böll nachzeichnen. Beide Referenten sind wissenschaftliche Mitarbeiter im Heinrich-Böll-Archiv in Köln. Geöffnet ist die Ausstellung im Atelierhaus im Anscharpark donnerstags und freitags, 15 bis 18, sonnabends und sonntags, 14 bis 18 Uhr.ke Die Termine im Überblick Mittwoch, 13. September, 18 Uhr, Atelierhaus im Anscharpark, Heiligendammer Str. 15: Kleiner Empfang aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung Sonntag, 17. September, 18.30 Uhr, Kommunales Kino in der Pumpe Kiel: Film: Die verlorene Ehre der Katharina Bluhm Mittwoch, 20. September, 19 Uhr, Atelierhaus im Anscharpark, Heiligendammer Str. 15: Vortrag: „Der Eigensinn der frühen Jahre. Das schriftstellerische Werk von Heinrich Böll“ mit Dr. Jochen Schubert, Köln Freitag, 22. September, 18.30 Uhr, Kommunales Kino in der Pumpe Kiel: Film: Ansichten eines Clowns