Einmischen mit NeoKiel – Ausstellung zeigt Ideen von Muthesiusschülern für digitale Bürgerbeteiligung

In einer ovalen hölzernen Ausstellungskoje erläutern zu den Ausstellungszeiten die Muthesiusschüler ihre Entwürfe.

Kiel. Wie könnte eine mobile App oder ein Internetportal aussehen, mit dem sich Kieler möglichst unkompliziert und direkt an der Gestaltung ihrer Stadt beteiligen können? Welche Funktionen sollte es haben? Studierende der Richtung Interface-Design der Muthesius-Kunsthochschule Kiel haben sich mit dieser Frage beschäftigt, modellhaft Ideen entwickelt und sie digital als Entwürfe umgesetzt. Noch bis Freitag, 2. Februar, stellen die Studierenden ihre digitale Plattform „Neokiel“ im Rahmen einer Ausstellung im Kieler Rathaus vor.

Dass die Kieler bei Veränderungen der Stadt mitreden und auch ihre Ideen einbringen, ist nicht unbedingt neu. Die Ortsbeiräte in den Stadtteilen sind schon lange Ansprechpartner dafür und im Pressereferat der Stadtverwaltung gibt es die Koordinationsstelle für Bürgerbeteiligung. Doch in Kiel wie auch in den meisten anderen Städten ist bisher nicht verbindlich geregelt, wie Bürgerbeteiligung im Einzelnen genau funktionieren soll. Mit der morgigen Sitzung der Ratsversammlung wird sich das für Kiel voraussichtlich ändern: Alles deutet darauf hin, dass die „Leitlinie für Bürgerbeteiligung in Kiel“ verabschiedet wird.

Das Papier legt fest, wie Bürgerbeteiligung in Kiel funktionieren soll. Auch, dass die Kieler frühzeitig und umfassend über die Details wichtiger Projekte informiert werden und die Möglichkeit haben, eigene Vorschläge und Anregungen einzubringen. Als mögliche Kommunikationskanäle nennt der Leitlinienentwurf ausdrücklich auch Webseiten und Soziale Netzwerke. „Wichtig dabei ist eine Kommunikation, die neugierig macht und zum Mitmachen einlädt“, heißt es im Entwurf.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Prof. Frank Jacob von der Muthesius-Hochschule eröffneten die Ausstellung

Genau da setzen die Entwürfe der Muthesiusschüler an. Unter Leitung von Prof. Frank Jacob haben die Masterstudenten Cathrin Königsmann, Doumorh El-Riz, David Knop und Qianli Ma zwei Designs für Onlineplattformen und mobile Apps entwickelt. Zum Beispiel könnte sich das Handy beim Passieren einer Baustelle von selbst melden und Informationen zum Bauvorhaben liefern. Die Stadt könnte über eine App zu geplanten Veränderungen abstimmen lassen oder Bürger könnten ein Foto eines Gebäudes oder einer Fläche auf die Plattform hochladen und ihre Idee dazu von der Community diskutieren lassen. Wie all das ganz genau aussehen wird, ist offen, aber die Ausstellung „Neokiel“ liefert erste Ideen. Die kleine Ausstellung ist bis zum 2. Februar immer von Dienstag bis Freitag, jeweils 15 bis 19 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit sind Studierende vor Ort, um ihre Entwürfe zu erläutern und um Fragen zu beantworten. Jeweils um 17 Uhr gibt es eine Führung. kst

Ort der Ausstellung ist der Sitzungssaal 1, der links neben dem Haupteingang des Rathauses direkt vom Rathausmarkt zu erreichen ist.