Eine große Leidenschaft für die Lichtbildnerei: Kieler Fotografin stellt im „Lutterbeker“ aus

Auch die „Alte Buche auf Rügen“ – aus dem Blickwinkel der Naturfotografin Sigi Zang – ist im Lutterbeker zu sehen. FOTO: KCH

Lutterbek. Die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) ist eine der größten Vereinigungen ihrer Art weltweit. In ihr haben sich die profiliertesten Naturfotografen des Landes organisiert. Auch die Kieler Fotografin Sigi Zang gehört der GDT an und gewann mit einer ihrer Arbeiten in der Kategorie „Nature’s studio“ den Wettbewerb „GDT Nature Photographer of the Year 2013“. Unter den ersten Zehn dieses Wettbewerbs war Sigi Zang mehrfach. Jetzt stellt sie eine Auswahl ihrer rund um die südliche Ostsee entstandenen Fotografien in der „Galerie im Lutterbeker“ aus.

„Gute 60 Stunden habe ich dort insgesamt auf den richtigen Moment gewartet“, sagt Sigi Zang und lächelt hintergründig. „Man muss einen Ort lesen, um zu erkennen, was ihn ausmacht“, schiebt sie nach und deutet dabei auf ein großformatiges Foto, das den bis an den Strand heranreichenden Buchenwald auf der Insel Rügen zeigt. Bei flüchtigem Hinsehen sieht das Foto aus wie ein Gemälde: Die Konturen leicht überstrahlt, märchenhaft weich im hellen, samtigen Licht und doch im Kern absolut scharf. „So eine Lichtsituation gibt es nicht oft“, sagt Sigi Zang. Umso schwerer müsse sich ein Naturfotograf solche Bilder erarbeiten. „Ich war dort zu verschiedenen Tageszeiten in verschiedenen Jahreszeiten; mal war der Sonnenaufgang zu schwach, dann wieder zu stark“, erinnert sie sich an zahlreiche vergebliche Besuche dieses Rügener Strandabschnitts. Doch dann, eines Tages, passte alles zusammen: Der die Kontraste mindernde Seenebel, Sonnenstand, gerade das rechte Maß an Bewölkung, nicht zu viel Wind.

Also Auslöser gedrückt und Bild im Kasten? Mitnichten. Schon wieder lächelt Sigi Zang vielsagend. „Doppelbelichtung; erst Blende 16, dann, etwas defokussiert, nochmal zwo-acht.“ Ja, klar. Und Stativ ist eh‘ Pflicht. Sigi lächelt wieder und erklärt dem fotografischen Novizen geduldig, was es mit Blende, Belichtungszeit und Brennweite auf sich hat.

So hat sich Sigi Zang rund um die südliche Ostsee gearbeitet, durch Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Dänemark und – natürlich – ihre Heimatstadt Kiel und Umland. Die Fotos, die hier entstanden sind, zeugen von Sigi Zangs großer Leidenschaft für die Lichtbildnerei. Eigentlich hat sie diese Passion einem missglückten Geschenk an ihre Eltern zu deren Silberhochzeit zu verdanken. „Die Spiegelreflexkamera war ihnen zu kompliziert“, erzählt sie von dieser Anekdote. Also benutzte sie selbst den Apparat, entdeckte, was damit möglich war, lernte mit der Foto-AG ihrer Schule die Arbeit in der Dunkelkammer und bildet sich bis heute autodidaktisch fort – vor allem im Austausch und in gemeinsamer Arbeit mit den Kollegen der GDT. „Ohne den Verein wäre ich nicht da, wo ich heute in Sachen Naturfotografie bin“, sagt sie bestimmt.

Sigi Zang zeigt in der Galerie im Lutterbeker unter anderem Makrofotografie mit Motiven aus dem südlichen Ostseeraum. FOTOS: KCH

Im Übrigen sei die Naturfotografie weitaus mehr als schöne Bilder: „jeder GDT-Fotograf verpflichtet sich auf verantwortungsbewusstes Handeln in der Natur“, betont Sigi Zang. Niemals dürfe die Bilderjagd zur Bedrohung von Pflanzen oder Tieren werden, auch jede Störung etwa des Brutgeschäfts habe streng zu unterbleiben. „GDT-Fotografen sind Anwälte der Natur“, stellt Sigi Zang klar und sagt: „Wenn wir mit unseren Bildern die Menschen erreichen für so für den Erhalt von Natur und Umwelt werben, haben wir unser Ziel erreicht.“

 

Sigi Zang zeigt ihre Fotoausstellung „Baltic: Beæches by the Sea“ mit Fotografien der südlichen Ostsee noch bis zum 2. August in der „Galerie im Lutterbeker“ (Dorfstr. 11, 24235 Lutterbek, Tel. 04343-9442, Web: www.lutterbeker.de). Öffnungszeiten: Di. bis Sbd. ab 17 Uhr, So. ab 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

(kch)