Ein „Sorgen-Uhu“ im Tierheim

Wiebke Bahruth vom Preetzer Wildtierheim sorgt sich um die Uhu-Dame, die vor Kurzem in Preetz gelandet ist. FOTO: HOP

Preetz. Das Preetzer Wildtierheim hat immer wieder einmal besondere Gäste. Eine Uhu-Dame ist bereits zum zweiten Mal da und entwickelt sich zum „Sorgen-Uhu“. „Hier sitzt ein Uhu in meinem Garten und fliegt nicht weg“, so ein besorgter Preetzer Anrufer vor 14 Tagen. Er könne sich dem Uhu nähern und der bliebe sitzen – einen Igel in seinem Greif. So die Vorgeschichte.

Wiebke Bahruth und ihre ehrenamtlichen Helfer nahmen sich des Tieres an und schnell war klar, das kennen wir! Die Uhu-Dame wurde im Oktober aus Elmschenhagen gebracht. „Damals war ihr Gefieder verdreckt, sie war erschöpft und einfach heruntergekommen“, erinnert sich Bahruth. Die Vermutung damals, das Tier sei alt und musste vielleicht sein Revier an jüngere Tiere abtreten. Vielleicht suche es die Nähe zu Menschen, weil es dort mehr Futter gibt. Nach einigen Tagen Aufpäppeln wurde es Ende Oktober in die Freiheit entlassen.

Nun sitzt der große Vogel in einer Außenvoliere und schaut die Menschen majestätisch durch das Gitter an. Ein Tierarztbesuch hat ergeben, dass der Vogel in der Vergangenheit einen Schnabelbruch erleiden musste, der noch nicht vollständig verheilt ist. Zudem schiele er ein wenig. „Vielleicht ist die alte Dame irgendwo gegengeflogen“, so die Vermutung der Wildtierheimmitarbeiter.

Der Uhu ist die größte Eulenart, er kann bis zu 30 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar 50 Jahre. Auffällig ist, dass die Uhu-Dame Schwierigkeiten beim Fressen hat. „Wir füttern sie mit Ratten“, erklärt Wiebke Bahruth. „Letztens blieb eine halbverdaut unten stecken, eine andere saß noch oben.“ Der Schnabelbruch verhindert, dass der Vogel seine Beute zerkleinern kann. Vielleicht ist das der Grund, warum er mit einem Igel in den Klauen aufgefunden wurde. Igel gehören zur Lieblingsbeute – darauf fliegen die Uhus automatisch. Doch wenn das Beutetier nicht mit dem Schnabel zerteilt werden kann, könnte der Uhu „mit vollen Klauen“ verhungern.

Tibo Hoppe (11) gehört zu den Schülern, die beim Füttern und bei der Pflege der Schützlinge helfen. Jetzt zerteilt er Ratten und legt sie zu dem Uhu in die Voliere. Leider frisst er nicht – zu viele Zuschauer. Wie sieht die Zukunft des Tieres aus? Freiheit oder Eulenschutz heißt jetzt die Frage, denn in Freiheit zerteilt niemand dem Tier die Beute. „Wir werden den Uhu noch hierbehalten und ihn weiter beobachten“, entscheidet Wiebke Bahruth.

Das Wildtierheim finanziert sich überwiegend aus Spenden. Ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre die Pflege und Fütterung der Tiere in Preetz nicht zu bewältigen. Wiebke Bahruth: „Die Wildtiere und wir freuen uns immer sehr über eine finanzielle Unterstützung, da unsere Arbeit sonst so nicht möglich wäre.“ hop

Wildtierheim Preetz, Tel. 04342/7991173 (AB – es wird zurückgerufen), www.wildtierheim.de, Spenden an die Ev. Bank eG, IBAN: DE69 5206 0410 1406 4637 46 (Verwendungszweck: Wildtierheim).