„Ein Platz ohne Gebäude ist kein Platz“

Der symbolische Spatenstich ist erfolgt (v.li.): Michael Steenbuck (Geschäftsführer Diakonisches Werk), Propst Erich Faehling, Bürgermeister Björn Demmin, zukünftige Einrichtungsleiterin Sabine Rathje, Peter Wiegner (Präses der Kirchenkreis-Synode), Pastor Christoph Pfeifer und Wolfgang Krug (Aufsichtsrat INP Holding). FOTO: HOP

Preetz. In der Schusterstadt haben die Bauarbeiten für das Seniorenzentrum Haus am Cathrinplatz begonnen. Auf rund 3.500 Quadratmetern wird in den nächsten Monaten ein Alten- und Pflegeheim mit 63 Einzelzimmern und acht Doppelzimmern entstehen.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich rollen nun nach dreijähriger Planung endlich die Bagger. Die Preetzer Kommunalpolitiker hatten sich mit dem Verkauf des letzten Sahnegrundstückes der Stadt schwergetan, berichtet Bürgermeister Björn Demmin, doch der Stadt fehlten die Mittel, um dort beispielsweise ein Rathaus zu bauen. „Wir brauchen Pflegeplätze“, so Demmin, „die Menschen wollen in Preetz bleiben.“

Die INP Holding AG aus Hamburg als Investor im Bereich Sozialimmobilien erwarb das städtische Grundstück und baut das Haus mit insgesamt 79 Pflegebetten – das Diakonische Werk ist Betreiber. Propst Erich Faehling: „Wir begleiten die Menschen durch alle Generationen. Von zu Hause aus über Tagespflege und betreutes Wohnen bis zur Pflege“, so die Säulen der diakonischen Arbeit. Zwischen dem Haus am Kirchsee, der Stadtkirche, dem Haus der Diakonie und dem Haus am Cathrinplatz würde in direkter Linie und zentrumsnah ein „Lebensweg“ liegen, der „ganz viel mit den Lebenswegen der Menschen in dieser Stadt zu tun hat.“

Das Seniorenzentrum besteht aus zwei Baukörpern, die über eine verglaste Brücke miteinander verbunden werden – so bleibt die Twiete von der Gasstraße zum Cathrinplatz erhalten. Sahnehäubchen wird die große Dachterrasse mit Café, die das fehlende Außengelände ersetzen soll. „Hier kann man sich wunderbar aufhalten und das Treiben auf dem Cathrinplatz beobachten“, erklärt der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Michael Steenbuck. Die Lage mitten in der Innenstadt sei für die Bewohner und ihre Besucher ideal. „Die Bewohner können durch die Zentrumsnähe noch am Leben teilhaben.“ Die Nachfrage nach betreutem Wohnen sei jetzt schon groß, so Steenbuck.

Sabine Rathje, Einrichtungsleitung des Hauses am Kirchsee und zukünftige Leiterin des neuen Pflegeheims freute sich, dass sie und ihre Mitarbeiter in die Planung mit einbezogen wurden. Rund 20 neue Arbeitsplätze entstehen in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Küche. Nach dem Umzug soll das Haus am Kirchsee zu betreuten Wohnungen umgebaut werden – das sei das nächste große Projekt, sagt Steenbuck.

Mit dem neuen Gebäude bekomme der Cathrinplatz nun einen Abschluss“, erklärt Architekt Reinhold Wuttke, „ein Platz ohne Gebäude ist kein Platz.“ Laut des Generalunternehmens Köster GmbH wollen man noch in diesem Jahr mit der Pfahlgründung fertig sein und Anfang 2018 mit den Hochbauarbeiten beginnen.

Das Investitionsvolumen beträgt sieben Millionen Euro – Anfang 2019 soll das Gebäude bezugsfertig sein. hop