Ein ganz besonderer Hospiz-Neubau – Gemeinsame Versorgung von schwerkranken Erwachsenen und Kindern geplant

Wenn alles gut läuft, könnte der Bau des neuen Hospizes im kommenden Jahr starten. Visualisierung Mumm und Partner

Kiel/Gettorf. Es ist ein großes Projekt, das der Hospizverein Dänischer Wohld sich da vorgenommen hat: Der Bau eines Hospizes auf dem Land, in dem neben acht Erwachsenen auch zwei Kinder aufgenommen werden können. „So etwas gibt es bisher in dieser Form nicht in Deutschland“, sagt Dr. Friederike Boissevain, Vorsitzende des Hospizvereins Dänischer Wohld. Inzwischen hat die Gemeinde Gettorf auf Basis des Erbbaurechts ein geeignetes Grundstück zur Verfügung gestellt. Die Gemeinden des Amtes Dänischer Wohld, des Amtes Dänischenhagen sowie die Gemeinden Altenholz und Altenhof haben finanzielle Unterstützung zugesagt, dazu kommen weitere Fördergelder und eine Reihe von zum Teil umfangreichen Spenden. Zusammen mit Kreditzusagen zweier Banken hat der Verein die etwa 3,2 Millionen Euro zusammen, die nötig sind, um den Neubau zu errichten. Wenn alles gut läuft, könnte das Hospiz im Sommer 2020 seinen Betrieb aufnehmen.

Wenn Kinder lebensbedrohlich erkrankt sind, ist das eine sehr starke Belastung für die ganze Familie. Bei Familien mit kranken Kindern, die noch nicht akut vom Tod bedroht sind, kann ein Hospiz auch im Rahmen einer „Erholungspflege“ Entlastung bringen. Das kann bedeuten, dass nur das kranke Kind vorübergehend aufgenommen wird oder auch die ganze Familie. Letzteres muss bei Kinderplätzen im Hospiz möglich sein, wie Dr. Friederike Boissevain erklärt. Und genau das macht den in Gettorf geplanten Bau des generationsübergreifenden Hospizes besonders aufwendig. Denn nicht nur, dass der gesamte Pflegebetrieb ausdrücklich auf Erwachsene und getrennt davon zusätzlich ausdrücklich auf Kinder ausgerichtet sein muss, es müssen zu jedem Kinderzimmer auch zusätzliche Räumlichkeiten vorhanden sein, in denen die Eltern mit untergebracht werden können.

Erst 2012 hat sich der Hospizverein Dänischer Wohld gegründet, um eine Versorgungslücke in der Region zu schließen. Inzwischen engagieren sich gut 80 Ehrenamtliche in der Begleitung und Beratung von Erkrankten und ihren Angehörigen. Jeden ersten Sonntag im Monat bietet das „Café Courage“ am Vereinssitz in der Kieler Chaussee 2 in Gettorf Gelegenheit, traurig zu sein, Trost zu finden und Menschen zu treffen, die Ähnliches erleben oder erlebt haben. Für den Besuchsdienst „Sanfte Pfoten“ des Vereins sind inzwischen 15 speziell ausgebildete Hunde und Hundeführer unterwegs, um schwerstkranke Menschen im Städtischen Krankenhaus Kiel zu besuchen.

Für die Betreuung im geplanten Hospiz konnte der Verein unter anderem die DRK-Schwesternschaften Kiel gewinnen, die mit der Anschar-Schwesternschaft auf die Betreuung Erwachsener und mit der Heinrich-Schwesternschaft auf die Betreuung von Kindern spezialisiert sind.

Der Baubeginn ist für den Sommer 2019 vorgesehen. Doch auch wenn der Hospizverein Dänischer Wohld schon sehr viel erreicht hat, wird für den Betrieb des Hospizes dauerhaft Spendengeld benötigt werden – rund 10.000 Euro pro Jahr und Bett, schätzt Dr. Friederike Boissevain. Weitere Spender und Mitglieder sind dem Hospizverein Dänischer Wohld darum auch weiterhin sehr willkommen. kst

Hospizverein Dänischer Wohld, Kieler Chaussee 2, Gettorf. Tel. 04346/6026448. www.hospiz-im-wohld.de