Effizienter und sauberer – „Blue Port Kiel“ beschreibt nachhaltige Entwicklung im Kieler Seehafen

Port of Kiel aus der Luft. Foto: Tom Körber

Kiel. Der Seehafen Kiel oder international: „Port of Kiel“ soll den bereits eingeschlagenen Weg zu mehr Umweltfreundlichkeit beibehalten und die Anstrengungen noch verstärken. So sieht es das Konzept „Blue Port Kiel“ vor, das Seehafengesellschaft und Stadt Kiel gemeinsam erarbeitet haben. Laut Seehafen-Kiel-Geschäftsführer Dr. Dirk Claus geht es darum, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stärke des Kieler Seehafens miteinander zu entwickeln. Das Konzept, über das die Kieler Ratsversammlung am 17. Mai abstimmen wird, sieht als Schwerpunkte die Themen Energieeffizienz und Umweltmanagement, Reduzierung von Emissionen und die Verlagerung von Transportverkehr von der Straße auf die Schiene vor. In Sachen Energieeffizienz und Umweltmanagement hat der Seehafen Kiel schon viel erreicht: Seinen gesamten Energiebedarf deckt der Seehafen ausschließlich durch Ökostrom aus regenerativen Quellen. Die modernen Terminalanlagen sind auf Energieeffizienz ausgerichtet und mit LED-Technik ausgestattet. Im Ostuferhafen fangen Solarmodule, montiert auf Lagerhallen und Abfertigungsgebäuden, die Kraft der Sonne ein. Von den Pkw der Fahrzeugflotte werden 15 Prozent rein elektrisch betrieben, und am Forstproduktterminal des Hafens sind Elektrogabelstapler im Dauereinsatz. Standard im Hafen sind bereits das weit fortgeschrittene Abfall- und Abwassermanagement. Erst im vergangenen Jahr wurde am Ostseekai Europas modernste Annahmeeinrichtung für Schiffsabwässer in Betrieb genommen. Um den Kurs künftig noch klarer abzustecken, sieht das Konzept die Einführung eines zertifizierten Umweltmanagements vor.

Seit 2010 dürfen Schiffe im Kieler Hafen nur noch schwefelarmen Treibstoff verbrennen oder müssen Abgasreinigungsanlagen haben. Um die Belastung mit Schiffsabgasen während der Liegezeiten weiter zu reduzieren, soll am Norwegenkai in diesem Jahr eine erste Landstromanlage für die Schiffe der Linie Kiel-Oslo entstehen. Die Möglichkeit weiterer Landstromanschlüsse soll geprüft werden. Parallel setzt sich der Hafen dafür ein, Kreuzfahrtschiffe während der Liegezeit mit relativ emissionsarmem Flüssiggas (LNG) zu versorgen. Eine erste LNG-Versorgung ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen, wenn die „AIDAprima“ in Kiel Station macht.

Der Güterverkehr im „Port of Kiel“ soll von Lkw auf Züge verlagert werden, um die Hauptverkehrsachsen zu entlasten und die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden zu verringern. 2019 soll dafür der Rangierbahnhof Kiel-Meimersdorf ausgebaut werden, damit dort Züge bis 750 Meter Länge halten können. Entlang dem Bahnhofskai wird ein drittes Rangier- und Aufstellgleis verlegt, um die Leistungsfähigkeit des Kombiterminals am Schwedenkai zu steigern.