Die Sterbebegleitung der Hospizinitiative Plön

Zwei Jahre lang haben Erika Weber (links) und Sonja Lüthje (rechts) die neuen Hospizhelfer ausgebildet. Ein Zertifikat erhielten (von links) Eva Mintken, Inis Schröder, Andrea Iden, Ilona Wetzenstein, Berenike Fleischer und Anja Teuber-Brunow.

Plön. Sterbende begleiten, Trost spenden, auch für die Angehörigen da sein. Das ist Aufgabe und Berufung zugleich für ehrenamtliche Hospizhelfer. Bei der Jahresversammlung der Hospizinitiative Plön erhielten jüngst Eva Mintken, Inis Schröder, Andrea Iden, Ilona Wetzenstein, Berenike Fleischer und Anja Teuber-Brunow ihre Zertifikate von der Vorsitzenden Silke Eckeberg. Vor vier Jahren war auch Renate Busch bereit für diese Aufgabe. Bei der Hospizinitiative Plön hatte sie sich in einem Befähigungskursus in Theorie und Praxis zwei Jahre lang in vielen Stunden von Erika Weber und Sonja Lüthje dafür ausbilden lassen. Wie viele Menschen sie seither bis zum Schluss zur Seite stand, vermag die heute 71-Jährige nicht zu sagen. „Das gibt mir sehr viel und ist auch eine gewisse Freude, einen Menschen solange begleiten zu dürfen, seine Hand zu halten“: Das sagt die gelernte Arzthelferin, die zuletzt viele Jahre in der Pflege gearbeitet hat. Die Mutter zweier Kinder stammt aus Ratzeburg, lebte lange in Plön, ging nach Großenbrode und kehrte 2011 nach Plön zurück. „Der Gedanke, Hospizhelferin zu werden, reifte viele Jahre in mir“, erzählt Busch.

Renate Busch begleitet Sterbende
in ihrer häuslichen Umgebung,
im Seniorenheim und auf
der Palliativstation. FOTOS: OG

Vor Jahren sei sie darauf schon von einer Pastorin der Kirchengemeinde Großenbrode angesprochen worden. Zurück in Plön, setzte sie den Gedanken um. „Als Arzthelferin und in der Pflege war der Ansatz da.“ Menschen, die sie begleitet, sprechen sie an, manchmal könne sich jemand nur noch durch Gesten bemerkbar machen, und meistens öffneten sich die Menschen, man sei gern gesehen. Nur einmal in den vier Jahren habe sie Ablehnung erfahren. Renate Busch begleitet Sterbende in ihrer häuslichen Umgebung, im Seniorenheim und später auf der Palliativstation des Eutiner St. Elisabeth-Krankenhauses. Ist Familie vorhanden, gehöre auch deren Betreuung dazu. „Es gibt den Angehörigen eine gewisse Erleichterung, Gespräche führen zu können.“ Renate Busch ist gläubig, christliche Nächstenliebe spielt für sie eine große Rolle. „Es ist für mich eine Erfüllung, dass ich sie bis zum Schluss begleiten kann. Ich berühre die Menschen, halte ihre Hand, und wenn ich ihre Biografie kenne, kann ich in Gesprächen mit ihnen in ihre Vergangenheit zurückgehen, sie erinnern sich oft an Kindheit und Flucht.“ Je nach Biografie liest sie vor oder spielt klassische Musik. „Eine Dame liebte Goethe, andere erinnern sich an den Rock’n’Roll oder möchten Elvis Presley hören.“ Bei jüngeren Menschen gehe es um die Angst, die Zukunft nicht mehr zu erleben. Da versucht sie, ihnen begreiflich zu machen, dass Leben zu Ende geht. 2016 hat Renate Busch drei Sterbende begleitet. Eine davon war ihre Freundin, es ging über ein Dreivierteljahr. Bei anderen dauere es nur wenige Tage, bei manchen zwei Jahre. „Man lernt sich sehr gut kennen und muss aufpassen, dass es nicht zu persönlich wird“, weiß die Seniorin um die eigenen Emotionen. „Manchmal bringe ich kleine, ansprechende Dinge mit, einen Stoffhasen oder ein Tuch, das spüren die Menschen gern, das ist kuschelig. Das war auch in der Pflege so. Dort habe ich das auch so gemacht.“

 

Für Hilfesuchende gibt es das Hospiz-Telefon, Tel. 04522/500303. Dort läuft ein Anrufbeantworter, der täglich abgehört wird. Wer eine Nachricht auf Band spricht, werde noch am selben Tag zurückgerufen. (Og)