Die pulsierende Fülle der Leere

Zur Ruhe kommen durch die Fülle der Leere: Für Günter Zachariasens Werke sollte sich der Betrachter Zeit nehmen. Kurator Dieter Pape und Karin Wandelt, Vorsitzende des Kunstvereins Schwimmhalle Schloss Plön, haben die intensiven Bilder mit Bedacht gehängt.

Plön. Für ihre Frühjahrsausstellung „Ferngesänge – Günter Zachariasen“ haben Karin Wandelt, Vorsitzende des Kunstvereins Schwimmhalle Schloss Plön, und Kurator Dieter Pape mehr als 50 Exponate des Künstlers Günter Zachariasen nach Plön geholt. Sie stammen aus verschiedenen Schaffensphasen des 79-jährigen gebürtigen Sylters, der in Emmelsbüll (Nordfriesland) lebt. Zur Ruhe kommen durch die Fülle der Leere und durch die Leere der Fülle: Für die Betrachtung der Bilder sollte man sich Zeit nehmen, sich darauf einlassen. Schwerpunkt der Schau sind Ölbilder auf Leinwand, entstanden ab dem Jahr 2000, gemalt aus übereinandergelegten Farbschichten. Bis zu 30 Schichten pro Bild ermöglichen eine ungeahnte Dichte. „Man muss ruhig werden, um an den Kern des Wesens zu kommen. Wenn man die Bilder länger anschaut, beginnen sie zu pulsieren“, wissen Pape und Wandelt. Zu sehen sind außerdem Gouachen auf Papier und klein- und großformatige Werke aus den 90er-Jahren mit kräftigen Acryl-Farben und Pinselstrichen. In Vitrinen liegen Federzeichnungen auf dunkelblauem Grund, bestehend aus unzähligen winzigen Strichen. 16 kleinformatige „Pinselspuren“ aus den 80er-Jahren ergänzen die Schau. 30 Jahre habe er gearbeitet, um bis hierher zu kommen, zitiert Pape den Künstler. Sein Spätwerk in Vollendung habe er folgendermaßen kommentiert: „Mein Denken und Tun kreist um die Fülle der Leere und die Leere in der Fülle, um das Eine in Allem und Alles in Einem.“ Zachariasen lebte lange auf Sylt, war Banker und begann erst als 40-Jähriger mit der Malerei. In seinem Frühwerk malte er Strandgut und legte zunehmend Wertigkeit auf die Hintergrundgestaltung. „Sylt hat ihn geprägt“, verweist Pape auf das meditative Element in Zachariasens Werk.

Die Sparkassen-Stiftung Schleswig-Holstein hat aus Anlass des 80. Geburtstags Zachariasens in 2017 einen Katalog herausgegeben. Die Stiftung unterstützt jeweils die Frühjahrsausstellung des 130 Mitglieder starken Kunstvereins.

Zu sehen sind die Bilder im Kulturforum Alte Schwimmhalle seit Sonntag, 19. März, bis 17. April, geöffnet dienstags bis sonnabends 14.30 bis 18 Uhr, sonntags 11.30 bis 18 Uhr. og