Die Natur zahlt den Aufwand zurück

Die idyllischen Gossee-Wiesen in Eckernförde locken auch Kanadagänse an. FOTOS: BUD

Eckernförde. Die gehörnten grauen Heidschnucken hören auf sein Wort, laufen Jürgen Peter Schmidt auf Kommando brav entgegen. „Hopp, hopp“, ruft ihnen der 77-Jährige vom Naturschutzbund (Nabu) Eckernförde zu. Er ist Gebietsbetreuer auf den Goossee-Wiesen, wo die Tiere weiden. Das etwa 35 Hektar große Kleinod – gleich neben der B 76, in Sichtweite vom Südstrand – wird seit 1981 von der Ortsgruppe mühevoll gepflegt. Seitdem hat der Nabu Eckernförde die städtische Fläche gepachtet – und schon tausende Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Landschaftsschutzgebiet investiert. Allerdings ist die 1976 gegründete Ortsgruppe (rund 700 Mitglieder) für den ganzen Altkreis Eckernförde zuständig, wie Vorsitzender Matthias Valkema betont. Die Aktiven widmen sich Nistkästen und Krötentunneln, veranstalten Führungen, Vorträge und Fahrten.

Jürgen Peter Schmidt (v.l.n.r.), Matthias Valkema und Rüdiger Schwab vom Nabu Eckernförde schauen bei den Weidetieren auf den Goossee-Wiesen, die das ganz Jahr über draußen sind, regelmäßig nach dem Rechten.

Die Goossee-Niederung ist pure Idylle, wurde einst von Eiszeitgletschern geformt. In den vergangenen 36 Jahren hat der Nabu mit Unterstützung der Stadt und in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde die früher intensiv genutzten Wiesen und Ackerflächen renaturiert. Worin der Reiz der oft schweißtreibenden Arbeit liegt? „Wir möchten die Natur und die Artenvielfalt erhalten, anstatt sie zu vernichten“, erklärt Schmidt. Der Eckernförder engagiert sich seit Anfang der 80er im Naturschutzbund, betreut das kleine Naturparadies zusammen mit Karl-Heinz Siebrecht (76). Mitunter gehen ihnen freiwillige Helfer bei Arbeitseinsätzen zur Hand. Sie pflegen Knicks, Teiche und Tümpel, reparieren Zäune, mähen Rasenflächen, betreuen Nistkästen, schneiden Erlen zurück oder lassen mit einem Bagger die Gräben ausheben.

 

Die Natur zahlt den Aufwand zurück. So tummeln sich auf den Goossee-Wiesen unter anderem Eisvögel und Bartmeisen, Kanadagänse und Singschwäne. Laut Schmidt ist es zudem ein Seeadlerrevier, und manchmal lassen sich sogar Kraniche blicken. Ebenso zählen Füchse, Dachse, Wildschweine, Waschbären und Marderhunde in dem Landschaftsschutzgebiet zu den Gästen. An den Teichen wiegt sich das Schilf im Wind. Dort wachsen Fieberklee, Sumpfdotterblumen, Wiesen-Schaumkraut und Anemonen.

Freien Zugang gibt es zu dem Naturparadies zwar nicht, aber der Nabu bietet Führungen an. Zwei Termine gibt es am 2. und 23. Juli jeweils ab 14 Uhr. Wer nicht bis zum Sommer warten möchte, kann einen Termin vereinbaren (Tel. 0175/9986637).

Gleich 25 Veranstaltungen enthält das Jahresprogramm des Nabu Eckernförde, wie Vorsitzender Valkema berichtet. Der nächste Termin richtet sich an Frühaufsteher: Am Montag, 1. Mai, 7 Uhr, bietet Rüdiger Schwab, stellvertretender Vorsitzender, die „Vogelstimmenwanderung Windebyer Noor“ an. Treffpunkt: Parkplatz am Grünen Weg in Eckernförde.

Er wirbt bei der Gelegenheit noch für die bundesweite Nabu-Aktion „Stunde der Gartenvögel“, die vom 12. bis 14. Mai läuft. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Vogelzählaktion im heimischen Garten oder auf dem Balkon. Die Teilnehmer notieren dazu von jeder Art die höchste Anzahl, die sie im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachten konnten. Weitere Infos unter www.nabu.de/gartenvoegel-melden. bud