Die letzten Lichtmasten aus Holz verschwinden noch in diesem Jahr

Die Wiener Allee ist auf einer Seite beleuchtet, auf den anderen Seite gepflastert. Verkehrsplaner schlagen vor, beide Seiten zu beleuchten und zu befestigen. Foto dt

Ortsbeirat Elmschenhagen/Kroog: Heftige Kritik der Anlieger in überfüllter Schulmensa

Elmschenhagen/Kroog. Selten war es in einer Ortbeiratssitzung so voll: Rund 250 Besucher drängten sich beim jüngsten Treffen des Stadtteilgremiums in der Mensa der Lilli-Martius-Schule. Die meisten waren gekommen, um ihren Unmut gegen die geplante Entfernung der Lichtmasten aus Holz und die Kostenbeteiligungen zu protestieren.

Zunächst ging es aber um das Netz von Fußwegen, das die Stadt verbessern möchte. Alexander Gardyan vom IKS Ingenieurbüro für Stadt- und Mobilitätsplanung stellte erste Handlungsschwerpunkte für Elmschenhagen und Kroog vor: Bessere Bürgersteige und Beleuchtung in der Wiener Allee, Querungshilfen an der Rüsterstraße/Ecke Egerstraße, an der Allgäuer Straße/ Höhe Pfaffensteig und im Rönner Weg beim Zeppelinring. Auch für den Weinberg und die Franzensbader Straße wird vorgeschlagen, das Überqueren der Straße zu erleichtern.

Aufregung, Kritik und viele Fragen folgten in der Sitzung, als es um die alten Lichtmasten im Stadtteil ging, die bis Jahresende komplett aus dem Stadtbild verschwinden und durch Erdkabel und moderne Beleuchtung ersetzt werden sollen. Laut Ausbaubeitragssatzung werden in Anliegerstraßen 85 Prozent der Kosten auf die Eigentümer verteilt, das sind nach Angaben des Presseamtes zwischen 50 Euro und 33000 Euro (bei Sondergrundstücken wie Friedhof und Schulzentrum) pro Eigentümer. Die Masten stammten aus den 1950-er und -60-er Jahren, erläuterte Harald Schwind vom Tiefbauamt, „die Erneuerung ist überfällig.“

Anlieger kritisierten, dass ganze Straßenzüge zur Kasse gebeten würden, selbst wenn ein Abschnitt schon lange mit Erdkabel ausgerüstet sei. Auch an der Einstufung der Dorfstraße und des Rönner Wegs als Anliegerstraße gab es Kritik. Andere Anwohner schlugen vor, nur die Leuchten zu erneuern. Die Holzmasten dienen nicht nur als Pinwand, sondern passen nach Auffassung etlicher Besucher auch besser ins historische Ortsbild. dt