Die Kapelle im St. Antoniushaus als spiritueller Mittelpunkt

Dr. Maria Schwarte (links), Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Kiel, und Conny Brieske von der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz Kiel (rechts) gestalten zusammen mit Schwester Maria Magdalena (Haus Damiano, nicht im Bild) die neue Atempause in der Kapelle des St. Antoniushauses in Elmschenhagen. Foto Jennifer Ruske/SkF

Elmschenhagen. Einen Moment lang Pause zu machen, zur Ruhe zu kommen, durchzuatmen, in Gemeinschaft miteinander und mit Gott: All das und mehr bietet die Atempause im St. Antoniushaus des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF) in Elmschenhagen. Nicht nur Mitarbeiter und Bewohner sind eingeladen, sich in der Kapelle die kurze Erholung vom Alltag zu gönnen, sondern alle Interessierten. Mit dem neuen, ökumenischen Angebot in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz will sich das Haus dem Stadtteil weiter öffnen.

„Die Idee, in der Kapelle ein offenes Angebot für Interessierte zu schaffen, hatten wir im vergangenen Jahr“, erzählt SkF-Vorstandsvorsitzende Dr. Maria Schwarte. „Die Bitte hatten unsere Mitarbeiter an uns herangetragen.“ Denn nach dem Rückzug des Ordens der Missionsschwestern vom Heiligen Namen Mariens, die von 1928 bis 1993 das St. Antoniushaus im Auftrag des SkF leiteten, tat sich eine Lücke auf. „Wir haben uns die Frage gestellt, wie man die Kapelle im Haus weiter als spirituellen Mittelpunkt nutzen könne“, so Dr. Maria Schwarte.

Doch nicht nur im St. Antoniushaus, sondern auch im Stadtteil hinterließ der Rückzug der Schwestern eine Lücke. Denn diese hatten über die Jahre mit Haus- und Krankenbesuche, Unterstützung von Kindern bei Hausaufgaben, gemeinsame Aktionen wie z.B. Messdiener-Gruppen eine Brücke vom SkF zur katholischen Kirchengemeinde Heilig-Kreuz geschlagen. Diese Brücke will der SkF wieder aufbauen und die alten Kontakte neu beleben – mit einem gemeinschaftlich gestalteten Angebot in der Kapelle des St. Antoniushauses für Interessierte jeden Glaubens. Was genau dieses beinhaltet, das hat Dr. Maria Schwarte zusammen mit Schwester Maria Magdalena, Franziskanerin aus dem Haus Damiano (Kiel-Hassee) sowie mit Conny Brieske von der katholischen Kirchengemeinde Heilig-Kreuz überlegt. Das Ergebnis ist die sogenannte Atempause.

Einmal im Monat, in der Regel am ersten Dienstag im Monat um 10 Uhr, laden Dr. Maria Schwarte und Schwester Maria Magdalena in der Rüsterstraße 30 alle Interessierten zu einer kleinen, ruhig gestalteten ökumenischen Andacht mit Gebet, Gesang, meditativer Musik und Texten ein. Ein wesentliches Kernstück ist der Lichtritus, der es allen beim Entzünden einer kleinen Kerze ermöglicht, seine Gedanken und Sorgen Gott anzuvertrauen und loszulassen.

Anfangs kamen vorwiegend Mitarbeiter, jetzt soll das Angebot für alle Interessierten geöffnet werden. Am 3. Mai, um 10 Uhr – ausnahmsweise mal ein Mittwoch – wird Conny Brieske zum ersten Mal die Atempause gestalten. „Darauf freue ich mich sehr“, erzählt die ehrenamtliche Helferin in der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz.

„Wir suchen weitere Ehrenamtliche, die dieses Angebot mitgestalten wollen“, erklären Maria Schwarte und Conny Brieske. Denn sehr gern würden die Organisatorinnen die Atempause öfter als einmal im Monat und zu verschiedenen Uhrzeiten stattfinden lassen. „Damit auch Mitarbeiter im Schichtdienst und Menschen nach Feierabend in den Genuss der Atempause kommen.“ Die Initiatorinnen haben noch viele weitere Ideen für die Zusammenarbeit zwischen Verein und Gemeinde. Doch erst einmal soll jetzt die Pause für alle starten.

Atempause im St. Antoniushaus des SkF, Rüsterstraße 30, am Mittwoch, 3. Mai, 10 Uhr in der Kapelle. Weitere Infos gibt es per Mail unter m.schwarte@skf-kiel.de.

Von Jennifer Ruske