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Die größten Irrtümer über Meerschweinchen

Bild: Pixabay

Meerschweinchen gehören zu den ältesten und beliebtesten Haustierrassen in Deutschland.

Da mag man meinen, jeder weiß alles über sie. Das stimmt aber nicht.

Die folgenden Irrtümer bei der Haltung der kleinen Nagetiere erleben Tierschützer und Züchter immer wieder.

 

Meerschweinchen können allein gehalten werden

Das ist wohl der größte Irrtum. Meerschweinchen, selbst wenn Ihr Euch besonders viel mit ihnen beschäftigt, dürfen niemals allein gehalten werden. Meerschweinchen sind Rudeltiere und verkümmern ohne Partner. Sie werden auch nicht zahmer, wenn Ihr sie allein haltet – im Gegenteil: Im Rudel sind die kleinen Nager viel mutiger und offener.

Meerschweinchen und Kaninchen sind ein gutes Team

Wenn man unter „gutes Team“ versteht, dass sie sich nichts antun, dann mag das stimmen. Tatsächlich können Kaninchen und Meerschweinchen aber nicht miteinander kommunizieren. Beide werden ihr Sozialverhalten und ihre Laute ohne Partner zurückfahren. Ihr Verhältnis könnte man daher als gemeinsam einsam beschreiben. Für viele Familien ist die Mischung der beiden Arten ein gelungener Kompromiss – zumal es keine Kastrationen braucht. Bringen tut das beiden Tierarten nichts. Studien belegen sogar, dass Meerschweinchen in den meisten Fällen lieber allein als mit einem Kaninchen leben würden.

Meerschweinchen sind ideale Haustiere für Kinder

Tatsächlich gehören Meerschweinchen meist zu den ersten Haustieren von Kindern – sie brauchen schließlich weniger Zeit und Pflege als Hund und Katze. Außerdem sehen die kleinen Nager so kuschelig aus. Aber genau da liegt der Fehler: Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere. Sie sind Fluchttiere, die zwar Vertrauen zum Menschen aufbauen können, sich aber viel wohler fühlen, wenn sie nicht auf den Arm genommen werden, sondern in einem großzügigen Auslauf mit Artgenossen die Welt erkunden können. Viele Laute werden dabei auch gern missverstanden: Wenn ein Meerschweinchen schnurrt, heißt das nicht wie bei Katzen, dass Ihr weitermachen sollt, sondern genau das Gegenteil. Die Reinigung des Käfigs, ein abwechslungsreicher Speiseplan und die Beschäftigung mit den Tieren kostet mehr Zeit als man denkt. Eltern sollten daher genau überlegen, was sie ihren Kindern schon zutrauen können.

Meerschweinchen müssen geimpft werden

Das stimmt ganz und gar nicht. Es gibt keine Impfungen für Meerschweinchen. Sie können Vitaminkuren oder Mittel gegen Milbenbefall bekommen – aber einen Langzeitschutz gegen Krankheiten wie bei klassischen Impfungen gibt es nicht.

Meerschweinchen brauchen Brot und eigentlich kein Wasser

Brot, um die Zähne zu stutzen, hat überhaupt keinen Sinn. Der harte Zahnschmelz von Meerschweinchen beißt sich selbst durch hartes Brot. Außerdem wird es sofort im Speichel eingeweicht. Brot quillt im Magen auf und macht sehr satt. Dann fressen Meerschweinchen weniger Heu – und eben dieses, auf dem sie lang herumkauen müssen, wetzt die Zähne gut ab. Mindestens ebenso verbreitet ist der Irrtum, dass Meerschweinchen eigentlich keine Tränke und zusätzliches Wasser brauchen, weil sie genügend Flüssigkeit aus dem Frischfutter ziehen. Es stimmt zwar, dass in Obst und Gemüse viel Wasser steckt, aber gerade im Sommer brauchen Meerschweinchen unbedingt zusätzliches Wasser, damit sie nicht austrocknen.

Meerschweinchen wissen genau, was sie fressen dürfen

Dieser Irrtum kann für die kleinen Nager lebensgefährlich werden. Meerschweinchen in freier Wildbahn können durchaus zwischen giftigen und ungiftigen Pflanzen unterscheiden. Das lernen sie von ihrer Mutter. Meerschweinchen in Heimtierhaltung allerdings haben dieses Training nicht. Sie fressen in der Regel alles, was ihnen vor die Nase gesetzt wird. Giftige Zimmerpflanzen solltet Ihr daher immer hochstellen, wenn Ihr Eure Lieblinge frei laufen lasst. Stromkabel, Papier – auch das sind Dinge, die Meerschweinchen sofort anknabbern würden, wenn sie drankommen.

 Meerschweinchen sollten in der Eingewöhnung kein Versteck finden

Das ist einfach nur grausam: Meerschweinchen sind Fluchttiere. Wenn sie sich nicht verstecken können, geraten sie unter großen Stress. Das schwächt das Immunsystem und kann krank machen. Wer diesen Tipp verbreitet, unterstützt Tierquälerei. Meerschweinchen brauchen viel Zeit, um zutraulich zu werden. Diese solltet Ihr ihnen unbedingt geben. In der Eingewöhnung solltet Ihr jedoch nur eine kleine Menge an Frischfutter geben und das langsam steigern. In den Zoo-Handlungen bekommen die Jungtiere oft nur Trockenfutter und Heu. Fangt Ihr dann zu Hause zu schnell mit dem Frischfutter an, kann das Blähungen und Durchfall zur Folge haben.