Diagnose Autismus: Grenzen überwinden

Es gibt nicht „den typischen Autisten“. Eine Autismus-Spektrum-Störung kann viele verschiedene Ausprägungen haben. FOTO: PEXELS

Kiel. Die Europäische Kommission in Brüssel verhandelt derzeit über den „European Accessibility Act“. Dieser soll die uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben für Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen. In diesem Zusammenhang macht sich Autism Europe für die Rechte von Autisten stark. Doch was steckt eigentlich hinter der Diagnose Autismus?

Der Begriff Autismus ist vielen ein Begriff, doch oft werden Menschen mit dieser Diagnose falsch eingeschätzt.

Autismus ist eine schwere, unheilbare Entwicklungsstörung der Wahrnehmungsverarbeitung. „Bei allen Menschen treffen die Wahrnehmungen der Sinne gleichzeitig ein. Menschen mit Autismus können diese nicht einordnen und so entstehen bestimmte Verhaltensweisen“, beschreibt Maria Kaminski, Vorsitzende des Bundesverbandes Autismus Deutschland e.V., die Störung.

Menschen mit Autismus fällt es daher schwer, zu kommunizieren und sie sprechen oft gar nicht oder nur eingeschränkt. Sie brauchen feste Rituale und entwickeln sogenannte Stereotypen, bei denen sie bestimmte Aktionen immer wiederholen. Bei der Ausprägung des Autismus und somit auch bei den Symptomen gibt es jedoch Unterschiede. „Manche Menschen mit Autismus sprechen gar nicht, während andere sehr gut verbal kommunizieren können. Außerdem sind Betroffene oft in einem ganz bestimmten Bereich sehr gut.“ Grundsätzlich wird zwischen „Frühkindlichem Autismus“, „Asperger-Syndrom“ und „Atypischem Autismus“ unterschieden.

Probleme gibt es oft beim Einschätzen von Emotionen bei anderen Menschen oder bei sozialen Interaktionen, doch auch sogenannte Inselbegabungen sind möglich, bei denen eine überdurchschnittliche Leistung in kleinen Teilbereichen wie Musik oder Mathematik aufgezeigt wird.

Daher gibt es nicht nur bei der Überwindung von Grenzen Handlungsbedarf, sondern auch bei der Akzeptanz und der Behandlung. „Uns sind frühe, korrekte Diagnosen wichtig und darauf folgend gezielte Frühtherapie in den Bereichen Sprache und Sozialer Umgang“, so Maria Kaminski. Dort könnten Kinder lernen, wie sie sich in bestimmen Situationen verhalten sollten und Grenzen im Leben von Menschen mit Autismus können leichter überwunden werden.

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