Der Probsteier Bäcker sagt Einwegbechern den Kampf an

Matthias Hagelstein (links) und sein Sohn Sören Hagelstein bieten seit zwei Wochen ihre Tausch-Becher in Schönberg an. FOTOS: JA

Schönberg. Millionen Einwegbecher landen täglich im Müll – oder in der Landschaft. Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 Einwegbecher verbraucht, pro Jahr sind das fast drei Milliarden Stück. Der Probsteier Bäckerei will sich jetzt gegen die Müllflut wehren und hat sich ein umweltfreundliches Mehrwegbecher-Tausch-System ausgedacht.

Seit gut zwei Wochen gibt es in den Filialen des Probsteier Bäckers Coffee-to-go-Becher zu kaufen. Die Plastikbecher mit dem Logo der Bäckerei kosten 1,50 Euro und haben Platz für 0,25 Liter Flüssigkeit. Diese Becher können – auch ungereinigt – kostenlos in allen sieben Filialen gegen neue, frische Probsteier-Bäcker-Becher eingetauscht und mit einem neuen Getränk befüllt werden. Die „alten“ Becher werden in der Bäckerei gereinigt.

„Dieses Tausch-System gibt es hier noch nicht, da bin ich Vorreiter“, erzählt Matthias Hagelstein, Inhaber der Bäckerei. Zwar gebe es wiederverwertbare Becher, die auch in anderen Bäckereien oder Geschäften befüllt würden, aber dieses spezielle Tausch-System mit eigenen Bechern habe er sich zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Sören Hagelstein ausgedacht.

Seit November saß Hagelstein mit seiner Familie und seinen Mitarbeitern an der Ausarbeitung des Systems, erzählt er. Auf seinem Schreibtisch stapelten sich Informationen und vor allem Muster-Becher, bevor er sich für seine Variante entschied. „Mich haben die vielen Becher schon lange genervt“, erzählt er. „Man muss nur mal im Sommer am Strand gucken. Da liegen so viele herum“, ergänzt Sören Hagelstein. Bei der Suche nach einer Lösung im Internet hätte der Bäckerei-Inhaber zwar verschiedenste Becher-Ausführungen gefunden, das System dahinter fehlte aber, so Hagelstein weiter.

2.000 Becher hat der Probsteier Bäcker zunächst bestellt. Gut 150 davon habe er in den zwei Wochen bereits herausgegeben, erzählt er. „Nächstes Jahr um diese Zeit wissen wir mehr. Dann bekomme ich die Zahlen und weiß, ob sich das gelohnt hat.“ Und damit es sich auch für jeden Kunden, auch Touristen lohnt, besteht außerdem die Möglichkeit, die Becher abzugeben und die 1,50 Euro zurückzubekommen.

Die Einweg-Styropor-Becher gibt es zur Zeit noch weiterhin in den Bäckerei-Filialen. Und auch fremde Mehrweg-Becher werden dort noch befüllt. Aber Hagelstein hofft, dass bald die meisten seiner Kunden auf seine umweltfreundliche Variante umsteigen. „Die Entscheidung über die Becher war schon mal richtig“, erklärt er. (ja)