Der Kulturfrühling wird Orange

Die Veranstalter machen es vor: Der rote Faden des Gaardener Kulturfrühlings ist Orange. FOTO: WIN

Gaarden. Wird sich der Freistaat Gaarden in Oranje-Freistaat umbenennen müssen? Zumindest in der Zeit vom 27. April bis zum 11. Juli könnte sich dieser Gedanke aufdrängen. Denn nach dem Willen der Veranstalter des 10ten Gaardener Kulturfrühlings begegnen Besucher und Bewohner Gaardens dieser Farbe mindestens 48 Mal.

„Wir standen vor der Frage, wie wir die 48 einzelnen Veranstaltungen des Gaardener Kulturfrühlings so verbinden konnten, dass sie erkennbar zum Kulturfrühling gehören“, erläuterte Silke Solbach von Stadtteilbüro Gaarden kürzlich während der Vorstellung des Programms. Die Wahl sei auf eine Farbe gefallen. Bänke, Pallettenmöbel, Blumen, Schuhe, Schirme, Fahrräder in Orange werden die verschiedenen Veranstaltungsorte zieren und markieren, Kekse in Orange gebacken werden, in Fest in Orange den Kulturfrühling eröffnen. „Eine Farbe als Dach ist einfach, natürlich und offen“, meint Silke Solbach, „sie verträgt sich mit vielen verschiedenen Angeboten.“ Und warum orange? „Orange fällt auf“, lautete die einfache Antwort.

48 Veranstaltungen von 30 Veranstaltern stehen nun also unter dem – orangenen – Dach des Gaardener Kulturfrühlings. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Donnerstag, 27. April, entsprechend des Mottos mit einem „Fest in Orange“. Aus zwei Richtungen, einmal von der Räucherei, einmal vom Restaurierungszentrum und der KiTa Hügelstraße, starten ab 14.30 Uhr am Donnerstag bunte Umzüge zum Vinetaplatz. Dort werden um 15 Uhr Norbert Aust und Bruno Levtzow von der Delegation Gaarden des Gaardener Freistaates mit ihrer Entourage aus Paukendem Fisch, Posaunender Nonne und beckenschlagender Nymphe von einem orangefarbenen Thron herab den diesjährigen Kulturfrühling eröffnen. Bis 17 Uhr bieten die unterschiedlichsten Gruppen, Vereine und Verbände des Stadtteiles ein buntes Rahmenprogramm hauptsächlich für Kinder und Jugendliche – selbstverständlich in Orange gehalten.

Bis zum 11. Juni treibt der Kulturfrühling dann die unterschiedlichsten Blüten in Gaarden. Und bringt dabei kulturelle Veranstaltungen auch an ungewöhnliche Orte. So wird zum Beispiel der Autor Walter Ehlert aus seinem Buch „Gaardener Handel und Wandel in Geschichte und Geschichten“ im Trinkraum des Vereines Hempel lesen. Daniel Karasek, Generalintendant des Theater Kiel, wird zusammen mit dem ehemaligen Werftparktheaterleiter Norbert Aust eine Lesung im Szenegarten halten: „Von Bienen und Blumen und menschlichen Trieben“ – und so einen ganz besonderen Ost-West-Austausch zelebrieren.

Und warum das alles? Urgaardener Bruno Levtzow bringt es für sich auf den Punkt: „Gaarden ist nicht nur sein Klischee.“ Gaarden sei ein lebendiger und bunter Stadtteil mit einem viel größeren Angebot an kulturellen und sonstigen Aktivitäten, als gemeinhin angenommen werde.

Der Gaardener Kulturfrühling beweist das nun schon im zehnten Jahr sehr eindrucksvoll. win

Das komplette Programm im Internet unter www.gaardener-kulturfrühling.de