„Der Insulaner“ – Lesung mit Henning Boëtius

Henning Boëtius liest in Rendsburg. FOTO: THOMAS KOY

Rendsburg. „Rendsburg ist der wichtigste Ort für mich, in der Zeit passierte die geistige Hauptentwicklung.“, erklärt Henning Boëtius. Am Mittwoch, 20. September, stellt er ab 19.30 Uhr im Nordkolleg Auszüge seines Romanmanuskripts „Der Insulaner“ vor, das unter anderem in Rendsburg und auf Föhr spielt. „Der Insulaner“ ist das eindrückliche Porträt eines bewegten Lebens, einer fast schon versunkenen Zeit und einer einzigartigen Liebeserklärung an die Kunst und an das Meer. In seinem bedeutendsten Werk unternimmt der Autor den Versuch, die Entstehung seiner Person zu rekonstruieren. Auf den verschlungenen Pfaden seines Lebens führt er den Leser von den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs über die Wirtschaftswunderjahre und die rebellischen 1960er Jahre bis in die Gegenwart. Als Boëtius sich wegen eines Tumors am Gehirn operieren lassen muss, fürchtet er, seine Erinnerung für immer zu verlieren. Doch dann wird die Operation für ihn zu einem langen Gang durch sein Leben. In seinem Narkosetraum erzählt er einem Analytiker seine Geschichte: Er berichtet von der sensiblen Mutter, die ihre künstlerischen Ambitionen nie wirklich ausleben durfte, und von dem bewunderten, meist unnahbaren Vater, der einst als Offizier auf dem Luftschiff „Hindenburg“ die Katastrophe von Lakehurst erlebte. Und er erzählt von der Insel im Meer, auf der er aufwuchs und wo er sich doch stets als Außenseiter empfand. Bis er schließlich wieder aus der Narkose erwacht, ist sein ganzes Leben an ihm vorbeigezogen – und mehr als ein halbes Jahrhundert zugleich. Henning Boëtius wuchs auf Föhr und in Rendsburg auf und begann schon in seiner Jugend mit dem Schreiben. Damals verfasste er vorrangig Gedichte. In den 1980er Jahren begann er unter dem Einfluss des Verleger Vito von Eichhorn belletristische Texte zu verfassen, die in Eichborns Verlag erschienen und ihm eine Existenz als freier Schriftsteller ermöglichten. Heute lebt Henning Boëtius gemeinsam mit seiner Frau Christa Hein in Berlin und ist Verfasser eines vielschichtigen Werks, das Romane, Essays, Lyrik und Sachbücher umfasst. Sein Roman „Phönix aus der Asche“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bekannt wurde er außerdem durch seine Kriminalromane um den eigenwilligen niederländischen Kommissar Piet Hieronymus. Die Lesung im Nordkolleg, Am Gerhardshain 44, ist in Kooperation mit der Buchhandlung Liesegang entstanden. Einlass in die Veranstaltung ist ab 19 Uhr, los geht es um 19.30 Uhr. Tickets sind zum Preis von 9 Euro bei der Buchhandlung Liesegang, im Nordkolleg Rendsburg sowie an der Abendkasse erhältlich.ke