Der beste Platz ist immer besetzt

Die Preetzerin Claire Harvey hat die Windhunde Massai, Minchen und Juli aus Spanien adoptiert. Dort haben deren Artgenossen ein schweres Los.

Preetz. Claire Harvey ist mit Hunden groß geworden. Mit Anfang zwanzig bekam sie dann ihren ersten eigenen Hund.

Über das Internet wurde sie auf die dramatische Situation vieler Hunde in Spanien aufmerksam. Daraufhin nahm sie Kontakt mit Tierschutzvereinen auf, die mit spanischen Tierschützern zusammenarbeiten. Heute leben in ihrer Familie drei aus Spanien stammende Windhunde.

„Meine Erfahrung mit über den spanischen Tierschutz vermittelten Hunden ist rundum positiv“, sagt die Preetzerin, „die Hunde sind entspannt und kommen meist gut mit Artgenossen, Katzen und Kindern aus.“

An ihren Windhunden schätzt Claire Harvey vor allem die ruhige Art: „Massai, Minchen und Juli bellen kaum. Eigentlich liegen sie die meiste Zeit des Tages auf dem Sofa rum. Wenn es einen nicht stört, dass der beste Platz im Haus immer besetzt ist, sind sie die idealen Hausgenossen.“ Dreimal am Tag ist die zweifache Mutter mit ihren Hunden draußen. „Viele Menschen glauben, man müsste mit Windhunden riesige Strecken laufen, das stimmt aber nicht, die brauchen nicht mehr Auslauf als andere Hunde.“

In Spanien werden Windhunde für die Hasenjagd gezüchtet. Auch Wettkämpfe, bei denen die Hunde Hasenattrappen aufspüren, sind beliebt. „Die Jagd ist dort Volkssport und die Windhunde werden nicht als Haustiere, sondern als Werkzeug betrachtet. Im Februar, am Ende der Jagdsaison, werden die Hunde, die sich bei der Jagd nicht bewährt haben, häufig entweder umgebracht oder aber ausgesetzt. Deshalb ist die Situation in den spanischen Tierheimen um diese Jahreszeit besonders schlimm.“

Claire Harvey hat ihre Hunde über den Verein „Far from fear“ bekommen, der sich auf die Vermittlung von Galgos und anderen Windhundrassen spezialisiert hat. Wer Interesse an einem Hund hat, wird von dem Verein zunächst einer Vorkontrolle unterzogen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern überlegt der künftige Hundehalter, welcher Hund zu ihm passt. Dann können sich der ausgewählte Hund und das Herrchen in Spe erst einmal beschnuppern. Auch nach der Vermittlung hält der Verein den Kontakt und hilft bei Problemen weiter. (hms)

Weitere Informationen: Tierschutzverein Far from Fear e.V.: www.zona-de-galgos.de