Der Apfelgarten: Ein kleines Paradies

Die ersten rosafarbenen Knospen strecken sich im Alten Apfelgarten der Sonne entgegen. 52 alte Apfelsorten gedeihen hier. FOTOS: AGO

Plön. Es ist schon ein kleines Paradies, und das auch noch gewissermaßen vor der Haustür: Der Alte Apfelgarten auf der Plöner Schlosshalbinsel entwickelt sich gerade in diesen Wochen zur Augenweide, wenn die 120 Bäume ihr zartrosafarbenes Blütenkleid anlegen.

Im Herbst locken dann die saftig-süßen Früchte, aber auch zu jeder anderen Zeit ist der Apfelgarten ein wunderbarer Ort für Spaziergänge. Im Pavillon lädt eine Bank zum Verweilen ein und bietet einen traumhaften Blick auf das Plöner Schloss.

Doch das war nicht immer so, wie Ulrike und Karl-Heinz Schröder vom Verein „Freunde des Plöner Prinzenhauses“ bei einer Führung berichten.

Nachweislich diente das Areal ab 1626 als Küchengarten der Herzöge von Schleswig-Holstein-Plön. 1840 riegelte der dänische König Christian VIII. die in einen Privatgarten verwandelte Fläche ab.

30 Jahre später entstand dort die erste Fruchtbaumschule, die als Quelle des schleswig-holsteinischen Baumschulwesens galt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1999 gehörte der Garten zum Internat Schloss Plön, später war das Land für die Pflege verantwortlich.

2007 pachtete schließlich der Verein der Freunde des Plöner Prinzenhauses den Garten. „Da war fast alles zugewachsen, von Brombeergestrüpp überwuchert, viel Müll lag herum. Wir mussten das Gelände erst mal aus dem Dornröschenschlaf wecken“, erzählt Karl-Heinz Schröder. Erschwerend dabei: Die Fläche zählte mit als Wald und genoss zudem als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) den höchsten Schutzstatus. Jede Veränderung erforderte deshalb entsprechende Genehmigungen.

Ulrike Schröder zeigt eine Zeichnung aus dem Jahr 1914, auf dem der ursprüngliche Pavillon abgebildet ist, wie ihn der dänische König 1842 auf der Halbinsel bauen ließ.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Zumal der Vorstand des aktuell 225 Mitglieder zählenden Vereins den Ehrgeiz hat, längst in Vergessenheit geratenen Apfelsorten zu neuer Blüte zu verhelfen.

„Der Apfel gilt zwar als Hauptfrucht der Deutschen, aber rund die Hälfte des im Handel erhältlichen Angebotes besteht nur noch aus drei Sorten: Elstar, Jonagold und Braeburn. Die anderen der insgesamt noch etwa 50 nennenswerten Sorten spielen so gut wie keine Rolle mehr“, erläutert Schröder. Der Verein orientiert sich deshalb an einer Liste aus der Zeit der Fruchtbaumschule, auf der 71 Sorten stehen, etwa der „Danziger Kantapfel“, „Fillippas Apfell“ oder der „Martini“.

52 alte Apfelsorten gedeihen inzwischen auf den rund 1000 Quadratmetern. „Unser Konzept hat auch Günther Fielmann überzeugt, der 40 Raritäten spendete. Zudem hat jeder der insgesamt 120 Bäume einen Paten“, erläutert Elisabeth Rübcke, die Vorsitzende des Vereins.

Die Patenschaft kostet 50 Euro für drei Jahre, die Paten können die Früchte ihres Baumes ernten. „Heruntergefallenes Obst können aber auch Spaziergänger aufsammeln“, so die Vorsitzende. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich bei ihr melden unter Tel. 04522/9829. ago

www.prinzenhaus.de