Demo für die Geburtsklinik

Bei einer Demonstration am Sonnabend in der Eckernförder Innenstadt gingen rund 500 Eltern, Hebammen und Ärzte für den Erhalt der Geburtshilfe und Kinderstation auf die Straße.

Eckernförde. Für den Erhalt der Geburtshilfe und Kinderstation in der Eckernförder Imland-Klinik  haben am Sonnabend rund 500 Menschen demonstriert. Eltern, Hebammen und Ärzte zogen mit Transparenten vom Skaterpark zum Hafen, wo eine Kundgebung abgehalten wurde. Veranstalter war eine Bürgerinitiative, deren Forderung eine Geburtsklinik mit Kinderstation nach dem Kooperationsmodell mit Belegärzten und Beleghebammen ist.

Fühlten sich in der Geburtsklinik und Kinderstation der Imland-Klinik in Eckernförde bisher immer „gut aufgehoben“: Maria und Björn Clausen aus Neudorf-Bornstein mit ihren Kindern Jonas und Finja.

Unter den Demonstranten auf der Straße gab es jedoch große Zweifel, dass die Entbindungsstation im Ostseebad erhalten bleibt. Die Kinderstation ist bereits seit vergangenen November geschlossen. „Wir haben uns hier immer gut aufgehoben gefühlt“, betonte Maria Clausen aus Neudorf-Bornstein, die ihre Kinder Finja und Jonas in Eckernförde zur Welt gebracht hat. Ganz besonders lobte die Mutter die „Eins-zu-Eins“-Betreuung durch die Hebammen. „Wir mögen hier das Persönliche“, sagte Ehemann Björn Clausen.

 

Auf der Kundgebung überwog die Skepsis, obwohl der Kreistag Rendsburg-Eckernförde den Erhalt der Geburtsstation an der Eckernförder Imland-Klinik beschlossen hat. Um Zeit für eine zukunftsfähige Lösung zu gewinnen, soll die Geburtsstation jetzt als eine Hauptabteilung der Klinik geführt werden. Geplant ist auch, die bisherigen Belegärzte auf Honorarbasis mit einzubeziehen.

„Vor- und Nachsorge sind hier gut, man hat seine vertrauten Ärzte und Hebammen“, schwärmte Melanie Esslinger aus Rieseby von der Eckernförder Geburtsstation. Von „Entbindungen wie am Fließband“, die viele Demonstranten dankend ablehnten, könne im Ostseebad keine Rede sein. „Keine Schichtwechsel“, betonte die 33-Jährige, „und es gibt eine Eins-zu-Eins-Betreuung.“ Sie wolle in der Schwangerschaft nicht von drei verschiedenen Hebammen betreut werden, winkte Katja Komora (42) ab, die drei Kinder in Eckernförde entbunden hat. Nach Vorstellung der Barkelsbyerin sollte das Modell mit Belegärzten und Beleghebammen beibehalten werden, was eben auch die Bürgerinitiative fordert. „Wir wollen, dass ein Konzept erstellt wird“, so die Mutter. Ihr Bauchgefühl sage jedoch, dass Gründe gesucht würden, um die Geburtshilfe zu schließen – und die Kinderklinik nicht mehr zu öffnen.

„Ich möchte, dass schwangere Frauen und Kinder weiterhin hier betreut werden“, forderte Silke Jürgensen aus Eckernförde, „und außerdem kann ich doch im Notfall mit einem blutenden Kind nicht ganz bis nach Rendsburg fahren.“

Anke Bertram vom Landesverband Schleswig-Holstein erinnerte mit Bedauern an die Schließung der Geburtshilfe auf Sylt vor etwa drei Jahren. Entbindungen seien zwar ein Kostenfaktor, aber „Kinder, die unsere Zukunft sind, sollten es uns wert sein, dass wir investieren“. bud