Das Leben einer Krankenschwester um 1941

Ingelene Rodewald liest am 9. November in Kiel aus ihrem Buch „Zeugin des Grauens“.

Kiel. Zeitzeugin Ingelene Rodewald berichtet am Donnerstag, 9. November, im Flandernbunker von der Entdeckung der Bilder ihrer Tante, der Krankenschwester und Fotografin Helmy Spethmann.

Ingelene Rodewald entdeckt nur durch Zufall zwischen alten Fotoalben ihrer Tante Helmy Spethmann Fotos aus dem Warschauer Ghetto um 1941. Diese war damals als Krankenschwester im Reserve-Kriegslazarett Warschau Dienst tätig und machte heimlich Fotos. Die Bilder zeigen Eindrücke aus dem Alltag und Elend im „Jüdischen Wohnbezirk“.

Rodewald vollzieht anhand der Fotografien die Lebensstationen ihrer Tante nach. Angefangen bei ihrer Herkunft aus einer fortschrittlich denkenden Eckernförder Familie über die Tätigkeit als Krankenschwester im Ersten Weltkrieg bis zu ihrem Einsatz in Warschau.

Es stellt sich immer wieder die Frage, warum die Tante damals die „verbotenen Fotos“ machte. Die Dokumente aus dem Leben einer Lazarettschwester und die erschütternden Aufnahmen aus dem Warschauer Ghetto ließ Rodewald im Buch „Zeugin des Grauens“ niederschreiben und abbilden. Am Donnerstag, 9. November, liest die Zeitzeugin Ingelene Rodewald aus diesem Werk vor. Die Lesung findet im Rahmen der Gedenkveranstaltung des Vereins Mahnmal Kilian zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 statt.

Donnerstag, 9. November, 19.45 Uhr, Flandernbunker, Kiellinie 249, Kiel. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro.