Das Hoftheater ist fest in Puppenhand

Kiel. Zum 13. Mal in Folge hat Andreas Schauder vom lüdemann-theater Kiel die künstlerische Leitung des Kieler-Woche-Hoftheaters inne.

Die Aufführungen haben ihn inspiriert, selbst eine Figur zu bauen, die er in seine Stücke einbeziehen möchte.Eine alte Boje als Rumpf, ein Netzschwimmer als Kopf und Taue als Arme – Jürgen ist ein maritimer Typ. „Ich will ihn in mein Comedy-Programm einbauen“, erklärt Schauder. Er selbst wird im Hoftheater nicht auftreten. „Ich bin kein reiner Figurenspieler“, sagt der Comedian. Außerdem muss er schließlich gemeinsam mit der städtischen Koordinatorin Vanessa-Zoe Vitsilakis die Fäden der Veranstaltungen in der Hand halten.

„Die meisten Stücke werden mit Tischfiguren gespielt“, erläutert Schauder einen Trend, der sich auch beim Hoftheater im Hiroshimapark niederschlägt. Ein Spieler lässt seine Figuren auf einer Fläche auftreten, während er selbst neben oder hinter ihnen zu sehen ist. „Der Spieler wird von den Zuschauern schnell ausgeblendet“, erzählt Schauder. Die Stücke sind in der Regel für Kinder ab drei bis vier Jahren. „Doch auch Erwachsene sind immer wieder begeistert“, sagt der künstlerische Leiter.

Speziell für sie wird diesmal nicht nur eine Abendveranstaltung mit den Spielern Marc Schnittger und Arne Bustorff auf dem Programm stehen, sondern auch ein Auftritt des Bauchredners Jörg Jará. Auch Tanzfreunde kommen im Abendprogramm bei Salsa, Swing/Lindy Hop und Tango Argentino auf ihre Kosten.

Wer Musik mag, kann sich ebenfalls auf die Wandelkonzerte freuen, bei denen Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Kiel spielen. Sie treten von Sonntag bis Sonntag jeweils um 14 und 18 Uhr für eine halbe Stunde auf – bis auf eine Ausnahme. Am Donnerstag wird ab 14 Uhr statt Musik Eis produziert. Die Eisdiele Liseis, die in diesem Jahr Caterer ist, will Kindern und Erwachsenen vorführen, wie die kalte Köstlichkeit hergestellt wird.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe, die vom Kieler-Woche-Förderverein unterstützt wird, macht am Sonntag das Figurentheater Neumond mit dem Stück „Antonio und Pino“, in dem ein Junge ein Hund sein möchte und die Welt des Zirkus entdeckt. Am Montag tritt das Theater „Fadenschein“ mit dem Stück „Drei Freunde“ auf. Es will vermitteln: Freunde können andersartig sein. „Die Blattwinzlinge“ (Buchfink-Theater) lassen am Dienstag die Welt wie durch eine Lupe erscheinen. Am Mittwoch gibt es ein „Angeber-Stück“ mit dem Titel „Ich bin der Stärkste im ganzen Land“, gespielt von den Moving Puppets. Marc Schnittger lässt seine Puppen am Donnerstag auf Weltreise gehen und am Freitag steht eine Geschichte über das Teilen mit dem Titel „Nix da“ auf dem Programm des Theaters „Wolkenschieber“. Am letzten Wochenende der Kieler Woche präsentieren das Theater Lakritz und das Theater Zitadelle die Märchen „Hase und Igel“ sowie „Rotkäppchen“.

„Ich werde aus den Stücken bestimmt Anregungen für mich und meine neue Figur Jürgen erhalten“, ist sich Andreas Schauder sicher. göd

Hoftheater Vorstellungen im Hiroshimapark von Sonntag, 18. Juni bis Sonntag, 25. Juni, jeweils 14.45 Uhr, 16 Uhr und 17.15 Uhr; Marc Schnittger, Arne Bustorff: „Handlungen, Classics“ Mittwoch, 21. Juni, 20, 21, 22 Uhr; Puppencomedy mit Jörg Jará Donnerstag, 22. Juni, 20 Uhr. Programm unter www. kieler-woche-hoftheater.de