Chillen für mehr Lebensraum

Eine Gruppe des Muddi Markt e.V. macht es sich beim „Parking Day“ auf einem Sofa gemütlich, hörte Musik und spielte Gesellschaftsspiele. FOTOS: SAA

Carmen Loger (li.), Kuratorin der K34 Galerie in Gaarden und Erich
Conradi vom Naturheilverein Kiel gestalteten am Parking Day eine
Stellfläche zu einem gemütlichen Wohlfühlort um.

Kiel. Am vergangenen Freitag, 15. September, fanden auch in Kiel Aktionen zum internationalen „Parking Day“ statt. Am Lessingbad wurden mehrere Parkflächen zu kleinen Wohlfühloasen umgestaltet.

Wie ein öffentliches Wohnzimmer sahen einige Parkplätze am Lessingplatz am Freitag, 15. September von 15 bis 18 Uhr aus. Genau das ist auch das Ziel der Veranstalter des weltweiten Aktionstags: Die Stadt soll den Menschen zurück gegeben werden. Um das zu erreichen, sollen mehr Erholungsflächen geschaffen werden.

Nachdem die Aktivisten sich ordnungsgemäß Parktickets für ihre Stellflächen gezogen hatten, rollten sie Teppiche aus und stellten Liegestühle und Sofas auf. Einige setzten sich zusammen und redeten über die Situation der Fahrradfahrer in Kiel, andere musizierten frei mit Gitarre, Gesang, Posaune und Ziehharmonika. Erich Conradi vom Naturheilverein Kiel machte es sich in seinem Liegestuhl mit Bademantel, Sonnenhut und Sonnenbrille gemütlich. „Ich bin für weniger Autos und mehr Lebensqualität in der Stadt. Wenn jeder Carsharing nutzt, benötigen wir auch viel weniger Parkplätze“, sagt Conradi, einer von ungefähr 20 aktiven Parking Day-Teilnehmern.

Zwei Parkplätze weiter saßen Fried Thomsen und Andreas Kiwos, zwei Musiker, die mit sanften Klänge eine echte Wohlfühlatmosphäre schafften. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatten sich Mitglieder vom Muddi Markt e.V. ein Sofa hingestellt, lauschten der Musik aus der mobilen Musikbox und spielten Gesellschaftsspiele.

„Viele Leute, die vorbeigehen, sind neugierig und freuen sich, dass da etwas passiert. Manche Autofahrer halten an und sagen uns, dass sie das unverschämt finden“, sagt Christin Bergmann, Mitglied beim Muddi Markt. Doch insgesamt überwogen die positiven Rückmeldungen und das Interesse für den Hintergrund der Aktion, so die Teilnehmer. (saa)