Buntes Programm an der Kiellinie

Die meisten Enten schwammen während des 12. Entenrennens an der Kiellinie am Rand, doch einige setzten sich nach vorne ab. FOTOS: GÖD

Kiel. Von einer lahmen Ente konnte keine Rede sein. Die Nummer 4193 kam mit rund zehn Metern pro Minute ins Ziel. Beim 12. Entenrennen war Action angesagt, genauso wie bei vielen anderen Aktivitäten des Kids Festivals an der Kiellinie.

Die Siegerente hatte den Bogen raus. Nachdem sie zusammen mit ihren 9999 Artgenossen aus einem großen Sack ins Wasser gelassen wurde, dümpelte sie zunächst vor sich hin und überholte dann die Masse, indem sie sich an der Bande entlangtreiben ließ. Das Gebläse des Feuerwehrbootes verlieh den leuchtend gelben Tierchen von Zeit zu Zeit Schwung. Auf der Strecke von rund 200 Metern legten sich manche Entlein erschöpft auf die Seite. Nicht so die Nummer 4193. Sie schwamm in rund 22 Minuten in den immer schmaler werdenden Kanal ein, bis sie in der „Entenfalle“ landete, einer Holzbegrenzung in der Größe einer einzigen Ente.

Preise im Wert von 20 000 Euro gingen an die Besitzer der schnellsten Wasservögel. „Als Hauptgewinn gab es einen Reisegutschein über 1000 Euro, außerdem ein Fahrrad, Bücher und Poster“, nannte Daniel Benedict Beispiele. Gemeinsam mit Olaf Kahlke war er für die Organisation des Rennens der Kieler Lions-Clubs verantwortlich, nachdem sich „Oberente“ Marlis Halft im letzten Jahr nach elf Veranstaltungen verabschiedet hatte. Der Erlös des Rennens von rund 60 000 Euro kommt dem Projekt Inka zugute, das heißt der Kieler Initiative gegen Kinderarmut, die dafür Sorge trägt, dass auch Kinder aus minderbemittelten Familien zum Beispiel in den Genuss von Klavierunterricht, Hip-Hop- oder Leichtathletik-Training kommen.

Sportlich ging es auch auf dem Kids Festival zu: Kinder konnten die Kistenrollbahn hinunterrattern, an einem Kletterturm nach oben gelangen oder auf der Hüpfburg springen. Yade, Abya und Nirasu rutschten auf der Riesenrutsche Hand in Hand und liefen dann vergnügt über die Reventlouwiese. Bei einem Parcours traten je zwei Teilnehmer gegeneinander an, um auf Zeit ein Klettergerüst zu überwinden und durch Traktorenreifen zu kriechen. Beliebt war auch der AWO Kinder- und Jugendzirkus Beppolino, der mehrfach Shows aufführte und zum Mitmachen animierte.

Joshua (10) und Liliana (6) beschäftigten sich auf dem Kids Festival
mit Schmelzperlen.

In vielen Pavillons konnten Kinder Spiele und Spielzeug ausprobieren oder künstlerisch kreativ werden. Der neunjährige Michel Wieck fertigte aus Schmelzperlen ein Auto und eine Blume. „Das möchte ich zuhause auch einmal machen“, schwebte ihm vor. Swantje und Matthias Carow schlenderten mit ihrer acht Monate alten Tochter Bente über die Kiellinie. „Die Stimmung ist wunderbar“, stellte die Mutter fest. Dass ihre Ente nicht als eine der ersten ins Ziel gelangt war, störte sie nur wenig. Schließlich kann nicht jedes Quietschtierchen eine Gewinner-Ente sein. (göd)