„Blumenstrauß des Lebens“

Die Koordinatorin der Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung, Gesa Rogowski, betreut die vielfältigen Projekte für Senioren im Stadtgebiet. Foto: Göd

Kiel. Eine Stiftung mit langem Namen, die kurze Wege beschreitet: Die Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung unterstützt hilfsbedürftige Kieler Senioren auf unbürokratische Weise.

Der Immobilienkaufmann Karl-Heinz Howe bestimmte seine langjährige Lebensgefährtin Anneliese Simon-Fiedler zu seiner Alleinerbin. Er starb 1990. Die gelernte Goldschmiedin, die keine Angehörigen hatte, entschied sich, eine Stiftung zu gründen, die älteren Kielern zu Gute kommen sollte.

Anneliese Simon-Fiedler starb im Jahr 2012; im Folgejahr nahm die Stiftung ihre Arbeit auf. „Wir wollen Unterstützung geben, um das Alter zu meistern“, fasst Vorstandsmitglied Jürgen Steinbrink zusammen. „Für viele ist es schon schwer, alt zu werden, doch dann auch noch arm und einsam zu sein, ist besonders schwierig.“ So helfe die Stiftung mit Sachmitteln, Beratung und der Möglichkeit, an Projekten der Stiftung oder der 32 Kooperationspartner teilzunehmen. Für dieses Leistungsbündel hat der Rechtsanwalt und Notar a.D. eine Bezeichnung gefunden: „Blumenstrauß des Lebens“.

Zu den Angeboten, die sich an Menschen ab dem gesetzlichen Rentenalter richten, gehört das Projekt „Kieler Senioren-Lotse“, für das nun noch eine zweite Lotsin eingestellt wurde. Die „Lotsen-Station“ ist in Gaarden, richtet sich aber auch an Menschen aus anderen Stadtteilen. Mit denen, die sich dort einfinden, besprechen die Lotsinnen, was vonnöten ist, sei es eine neue Brille oder ein Staubsauger. Auf Wunsch besuchen die Lotsinnen die Senioren auch zu Hause, um abzuklären, was fehlt. „Viele können sich gar nicht vorstellen, dass unsere Stiftung etwas verschenkt, ohne dass die Sache einen Haken hätte“, erläutert die Koordinatorin Gesa Rogowski. In der „Lotsen-Station“ oder in den eigenen vier Wänden wird außerdem Fußpflege angeboten.

Die Stiftung hat auch das Projekt „Die Handwerker kommen“ ins Leben gerufen. Der Servicetechniker Mathias Liebal ist bei Bedarf zur Stelle. Er führt kleine Reparaturen selbst durch und gibt größere in Auftrag, wobei er Ansprechpartner für die Handwerker ist. „Manchmal ergibt es sich, dass er sieht, wie abgewetzt der Fernsehsessel schon ist oder dass ein Brett mit alter Matratze als Bett dient“, erzählt Steinbrink. Auch in diesen Fällen zu helfen sei Sache der Stiftung.

Um das Leben von Senioren zu bereichern, besucht der Golden Retriever Kalle aus dem Bereich der tiergestützten Therapie regelmäßig Treffen im Gustav-Schatz-Hof. Im Gertrud-Völcker-Haus und im Paul-Fleming-Heim treten einmal im Monat Clowns auf.

Auch Senioren- und Rollatortanz an verschiedenen Orten gehören zum breiten Angebotsspektrum der Stiftung. Vor Kurzem ist ein weiteres Projekt ins Rollen gekommen: Dienstags können Senioren von 10.30 bis 11.30 Uhr im Bürgertreff Räucherei beim Kurs „Rollator-Fit“ aktiv werden. göd

Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung, Kurze Straße 1/Holstenstraße 88-90, Kiel. Nähere Infos unter Tel. 0431/53007025 oder im Internet www.howe-fiedler-stiftung.de