Besuch aus dem südenglischen Blandford

Bürgermeister Björn Demmin (2.v.r.) und Bürgervorsteher Hans-Jürgen Gärtner (4.v.r.) luden die Besucher aus Blandford und ihre Gastgeber zu einem Empfang in den Ratssaal. FOTO: KIB

Preetz. Seit 1979 besteht die Städtepartnerschaft zwischen dem südenglischen Blandford und Preetz. Kinder und Jugendliche aus Blandford reisten für 14 Tage in die Schusterstadt – und umgekehrt.

Begonnen hat die Freundschaft bereits Anfang der 1960er-Jahre mit einem regen Schüleraustausch. 1965 kam auf diesem Weg auch Jenny Andrews das erste Mal nach Preetz und erlebte hier ihren 17. Geburtstag. Heute ist sie Chairman der „Preetz Blandford Forum Twinning Association“, zuständig für die Verbindung zwischen den beiden Städten. Am vergangenen Wochenende folgte Andrews mit sieben anderen Blandfordern einmal mehr einer Einladung des „Verein für Internationale Begegnung“, der sich in Preetz unter dem Vorsitz von Ingrid Küster um die Pflege der Partnerschaft kümmert.

Auf dem Programm standen der Besuch des Schusterfestes, eine Bootsfahrt auf der Schwentine, ein Empfang im Preetzer Ratssaal mit Vortrag des Bürgermeisters und Eintrag ins Gästebuch, der Besuch des Klosters und schließlich das Farewell-Dinner am Montagabend. „Untergebracht sind die Gäste wie immer privat“, erzählt Ingrid Küster, „zum Teil kennen sich die Familien schon sehr lange, es haben sich Freundschaften entwickelt.“

Thema sei immer wieder die Ausgestaltung der Städtepartnerschaft. Seit zehn Jahren gebe es den Austausch mit englischen Schülern nicht mehr. „Das hat mehrere Gründe“, so Küster, „meistens hängt es an einer Person, die sehr aktiv sein muss, und in Blandford hörte damals ein sehr engagierter Lehrer auf. Außerdem gab es neue restriktive Gesetze: Englische Familien, die einen Austauschschüler beherbergen wollten, mussten eine Art Führungszeugnis vorlegen, das schreckte ab.“ Und in Blandford fehle darüber hinaus die Unterstützung der Partnerschaftsidee durch die Stadt, fügt Jenny Andrews an. „Die Gesellschaft hat sich geändert“, so Küster, „damals ging es um Völkerverständigung. Heute hat das Interesse bei den Jugendlichen nachgelassen. Viele können sich nicht vorstellen, in einer Familie unterzukommen, obwohl das eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit ist, Auslandserfahrungen zu machen.“

Zwei ihrer drei Söhne lernten Blandford noch über den Schüleraustausch kennen, und auch Jenny Andrews schickte ihre drei Söhne in den 1980er-Jahren nach Preetz. Bereits 1962 gründete sich der „Verein für Internationale Begegnung“, heute hat er etwa 350 Mitglieder, die meisten jedoch nur auf dem Papier. Als Ingrid Küster vor 15 Jahren einstieg, war das Interesse noch größer. „Ich habe versucht, etwas auf die Beine zu stellen, wir haben gestrampelt – aber es ist leider so: Eine Perspektive für den Schüleraustausch, wie er früher bestand, sehen beide Seiten nicht. Das finden wir Älteren sehr bedauerlich, aber wir können uns auch privat besuchen. Wichtig ist, wieder mehr jüngere Leute zu gewinnen und einzubinden.“(kib)

Informationen zum „Verein für Internationale Begegnung“ bei Ingrid Küster, Tel. 04342/81125.