„Becher-to-bring“ in Schleswig-Holstein auf dem Vormarsch

Der eigene oder Mehrweg-Becher: (v.l.) Heinz Essel, Verbandsgeschäftsführer der Bäcker- und Konditorenvereinigung e.V., Maren Andresen, Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks und Umweltminister Robert Habeck

KIEL. Der Müllverbrauch durch mitnehmbare Kaffeebecher ist in Deutschland laut der Deutschen Umwelthilfe derzeit auf 40.000 Tonnen pro Jahr gestiegen. Das entspricht knapp 3 Milliarden Kaffeebechern, die weggeschmissen werden. Um eine umweltgerechtere Zukunft einzuschlagen, gibt es ab sofort offizielle Regelungen für den „Becher-to-bring“.

Damit den Betrieben bei der Umsetzung der umweltfreundlichen Lösung geholfen wird, haben Umweltminister Robert Habeck, Heinz Essel, Verbandsgeschäftsführer der Bäcker- und Konditorenvereinigung e.V., und Maren Andresen, Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein, am 29. März Handlungsempfehlungen vorgestellt. „Diese sollen helfen, „Becher-to-bring“-Systeme zu etablieren und dabei alle Hygieneregeln einzuhalten“, sagte Robert Habeck bei der Vorstellung der Empfehlungen bei der Bäckerei Brot & Zeit in Kiel.

Die Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V. hatte sich Ende 2016 mit dem Vorschlag an das Umweltministerium gewandt. „Es herrscht in Betrieben Unsicherheit, wie solche Systeme laufen können und gleichzeitig die Hygienevorschriften eingehalten werden. Wir wollen gern unseren Beitrag zur Abfallvermeidung leisten und dabei selbstverständlich hygienisch einwandfrei arbeiten“, sagte Maren Andresen.

Für die Kunden heißt das ab sofort: Wer möchte, kann seinen eigenen Becher mit zum Bäcker nehmen und diesen dort befüllen lassen. Außerdem ist es ihnen möglich, einen Becher für ca. einen Euro Pfand zu leihen, den sie dann wieder zu den Bäckereien bringen können. Diese Becher können bis zu 500-mal verwendet werden und werden dann recycelt.

Vorerst werden auch die herkömmlichen To-go-Becher beibehalten. Es sei jedoch wichtig den Kunden über das Angebot zu informieren und zu betonen, dass es umweltfreundlichere Alternativen gebe, sagte Michael Andresen, Geschäftsführer von Cup & More aus Bad Segeberg. Seine Firmer stellt unter anderem die Mehrwegkaffeebecher her und kümmert sich um die Logistik und Pfandabrechnung.

Das System wird nun laufend weiterentwickelt, so dass es in wenigen Jahren auch landesweit auf dem Markt etabliert sein soll. Die Chancen dafür stehen gut. Viele Getränke werden nicht mehr vor Ort getrunken, sondern unterwegs, und das Angebot, den eigenen Becher mit in das Café oder in die Restaurants zu bringen und wieder befüllen zu lassen, setzt sich zunehmend durch.