Bald ist Schluss mit dem Muff – Christian-Albrechts-Universität zu Kiel feiert Richtfest für das Juridicum

Das Juridicum wird das neue Eingangstor in die Leibnizstraße. Visualisierung: AGN Leusmann, Hamburg

Kiel. Nur acht Monate nach der Grundsteinlegung steht der Rohbau für das Juridicum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Das fünfgeschossige Lehr-, Forschungs- und Bibliotheksgebäude ist der erste Neubau im Zuge der baulichen Campussanierung. Das Land Schleswig-Holstein investiert 32,9 Millionen Euro in den Neubau. Davon trägt die CAU die Kosten für die Nachhaltigkeitszertifizierung in Höhe von 0,8 Millionen Euro und 1,7 Millionen Euro für Serviceflächen. Als erstes Gebäude der Universität soll das Juridicum eine Gold-Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) erhalten. Die Fertigstellung ist für Dezember 2019 geplant.

Gerade feierten Wissenschaftsministerin Karin Prien, GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt, der Präsident der Kieler Universität, Professor Dr. Lutz Kipp, und der Prodekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der CAU, Professor Dr. Christoph Brüning, gemeinsam mit den ausführenden Baufirmen das Richtfest. Bislang plant das Land Schleswig-Holstein, bis 2026 rund 450 Millionen Euro in die Sanierung der CAU zu investieren.

„Bis 2026 werden zwei Drittel unseres Uni-Campus komplett erneuert“, betonte Professor Lutz Kipp. „Das Juridicum markiert den Anfang der umfangreichen Baumaßnahmen besonders in der Leibnizstraße. Hier werden die Studienqualität und mit den Serviceflächen auch die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht.“

Wissenschaftsministerin Karin Prien hob hervor: „Bei diesem neuen Gebäude handelt es sich nicht um irgendeinen Neubau der CAU, sondern durchaus eine richtungweisende Weichenstellung für die Universität. Das Juridicium ist ein zentraler Baustein des baulichen Gesamtkonzepts.“

„Die Rechtswissenschaftliche Fakultät freut sich vor allem darüber, dass sie eine so moderne und innovative Arbeits-, Begegnungs- und Bildungsstätte auf dem Campus erhält. Erfreulich ist zudem, dass die auf etliche Gebäude verteilten Institute und Einrichtungen nun fast vollständig in einem Fakultätsgebäude zusammengeführt werden“, sagte Professor Dr. Brüning von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Das Juridicum wird zukünftig das neue Eingangstor in die Leibnizstraße bilden und orientiert sich städtebaulich an den vorhandenen vier Fakultätenblöcken. Mit einer Länge von 91 Metern und einer Höhe von 21 Metern bietet der Neubau auf 7200 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Forschung, Lehre und für einen Teil des neuen Bibliotheksverbunds. Im gesamten Bibliotheksverbund werden fast alle Fachbibliotheken der Rechtswissenschaften und Theologie sowie der Sprach- und Geisteswissenschaften untergebracht. Der Haupteingang des Juridicums führt in ein großzügig verglastes Foyer mit einer Freitreppe. Im ersten Obergeschoss werden drei Seminarräume eingerichtet, die in den Semesterferien zu Bibliotheksarbeitsplätzen für die Studierenden umfunktioniert werden können und die dann direkt über die Verbundbibliothek zugänglich sind. Das zweite Obergeschoss bietet Platz für das Dekanat und das Prüfungsamt. Der Kern der juristischen Forschung mit ihren 20 Professuren wird im zweiten bis vierten Obergeschoss untergebracht. Für das Erdgeschoss sind ein Buchladen, ein Kopierdienst und ein Café mit Bäckerei geplant.

Neben dem Neubau für die Rechtswissenschaftliche Fakultät sind im Zuge der Campussanierung mehrere weitere große Maßnahmen geplant. Noch diesen Sommer soll der Grundstein für einen fünfstöckigen Neubau für das Geographische Institut gelegt werden. Ebenfalls noch dieses Jahr soll mit dem Neubau der Geowissenschaften mit Geotechnikum begonnen werden. Bereits in Planung befinden sich ein Neubau für die universitäre Tierhaltung mit dem Institut für Physiologie sowie ein Neubau für das Mathematische Seminar und agrarwissenschaftliche Institute. Außerdem ist die weitere Sanierung der Fakultätenblöcke geplant. An der Feldstraße entsteht ein neuer medizinischer Forschungs- und Lehrcampus mit einem Hörsaalneubau und drei Forschungsneubauten, von denen der erste bereits dieses Jahr fertiggestellt werden soll. Für die Technische Fakultät auf dem Ostufer und für das Areal am Bremerskamp werden aktuell städtebauliche Rahmenplanungen entwickelt.