Außerirdische Pfefferminze – Svenja Maaß und Stefanie Woch präsentieren Kuriositäten aus Flora und Fauna

Die Malerin Svenja Maas in der ehemaligen Trafohalle des Kraftwerks Bille.

Kiel. Einen seltsamen Kosmos aus Lebewesen, Pflanzen und Landschaft präsentieren Svenja Maaß und Stefanie Woch noch bis Mittwoch, 4. April, im Bunker-D der Fachhochschule Kiel, Schwentinestraße 11. „Außerirdische Pfefferminze“ haben die beiden Künstlerinnen ihre erste gemeinsame Ausstellung passend dazu genannt.

Die Figuren in den Arbeiten von Svenja Maaß erscheinen zunächst vertraut, fast altbekannt: In den Leinwandarbeiten und einer Serie von Übermalungen, für die Maaß meist Buchseiten aus Bildbänden als Ausgangsmaterial verwendet, sind häufig Tiere die Protagonisten. Die Künstlerin „zerspielt“ Vorhandenes, spiegelt es mit mehr oder weniger offensiven malerischen Eingriffen, doppelt, fragmentiert und setzt wieder neu zusammen.

Stefanie Wochs Objekte muten auf den ersten Blick floral an, sind aber tatsächlich hochartifiziell. Um die Bilder herum und aus den Bildern heraus rankt und wuchert es über Wände und Boden in den Raum hinein. Die Objekte bestehen aus Wolle und Wäscheleine, Biegedraht, Beton, Kabelbindern, Staubwedeln und Konfetti. So ragen am Fuße eines gehäkelten Gletschers püschelige Gewächse empor, eine Ansammlung Blumesken gibt sich landschaftlich.

Stefanie Wochs Objekte sind meist bunt und floral. Oft wuchert etwas über den Boden oder rankt die Wände hinauf. Zu sehen sind die Kunstwerke noch bis zum 4. April im Bunker-D in Kiel. Foto hfr

 

Ihre Arbeitsweise, erklären die Künstlerinnen, fuße auf der genauen Beobachtung von Vorhandenem, basiere auf herrlich unwissenschaftlichem Studium der Natur. Svenja Maaß dekonstruiert und setzt in ihren Malereien collageartig neu zusammen. Stefanie Woch vollzieht in ihren Objekten und Installationen intuitiv Wachstumsprozesse nach. So erschaffen beide eine Art „Nebenwirklichkeit“, hinterfragen augenzwinkernd Realität und Wahrnehmung. Mit ihrer Ausstellung verwandelt sich der Bunker-D, der doch ursprünglich als Schutz- und Zufluchtsort erbaut worden war, temporär in eine Arche für Flora und Fauna, in ein Kabinett für Krudes und Rares.

Die Ausstellung „Außerirdische Pfefferminze“ ist bis zum 4. April während der regulären Öffnungszeit des Bunker-D mittwochs von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Termine nach Vereinbarung unter bunker-d@fh-kiel.de