Auch „Artenkenner“ müssen geschützt werden – Neuer Fonds zum Naturschutz und zum Erhalt des Wissens um die Tierartenvielfalt

Nur noch wenige Menschen würden zum Beispiel den Argus Bläuling beim Namen nennen können, falls er ihnen in der Natur begegnete. Foto: Stiftung Natur im Norden

Molfsee. Der neu gegründete „Fauna-SH-Fonds“ soll in Schleswig-Holstein helfen, die Zahl der „Artenkenner“ wieder zu erhöhen. Fondsgründer sind die Faunistisch-Ökologische Arbeitsgemeinschaft (FÖAG) aus Kiel und die Stiftung Natur im Norden aus Molfsee. Zweck des Fonds ist hauptsächlich die Mittelbeschaffung für Projekte für Erforschung, Schutz und Erhalt der heimischen Tierartenvielfalt, aber auch für Wissensvermittlung, damit es weiterhin Menschen gibt, die sich intensiv mit der Tierartenvielfalt auseinandersetzen: die „Artenkenner“. Für den Start hat die FÖAG den Fonds mit einer Summe von 2500 Euro ausgestattet. Spenden sind willkommen.

Das Wissen der so genannten Artenkenner ist nach Ansicht der Fondsgründer für künftige Generationen unverzichtbar. Denn die Artenvielfalt sinke. Für viele der rund 30.000 verschiedenen Tierarten Schleswig-Holsteins sind die Aussichten schlecht. Um aber genau zu erkennen, wie es um die verschiedenen Insektengruppen und um die seltensten Arten unter ihnen stehe, seien Menschen nötig, die sich eingehend mit den im Norden Deutschlands heimischen Tieren befasst haben und ihre Bestände seit Langem verfolgen. Ihre Erkenntnisse sind die Grundlage für wichtige Nachschlagewerke wie die „Roten Listen gefährdeter Arten“ und Verbreitungsatlanten von Tierarten. Außerdem können diese Erkenntnisse Ursachen für Bestandsrückgänge sichtbar machen und Ansätze für Lösungen zum Schutz der Arten liefern.

Die gemeinnützige Stiftung Natur im Norden wurde 2011 von 18 Privatpersonen gegründet. Wesentliche Stiftungsziele sind der Erhalt, der Schutz und die Pflege von Natur und Landschaft, insbesondere in Schleswig-Holstein. Klimaschutz und Umweltbildung sind weitere wichtige Ziele.

Die FÖAG ist ein Zusammenschluss von mehr als 100 in Wissenschaft und Naturschutz arbeitenden Biologen. Ein Arbeitsschwerpunkt der ebenfalls gemeinnützigen Vereinigung liegt auf der Erforschung der Wirbellosenfauna in verschiedenen Natur- und Kulturlandschaftstypen in Schleswig-Holstein.

Weitere Infos: www.Stiftung-Natur-Im-Norden.de