Arbeitskreis Fantasy

Spielleiter Pepe Nuck (Mitte) zeigt anhand einer Karte seinen Mitspielern Alexander Bloch (links), Begona Gonzalez Vazguez (2.v.l.), Thorsten Conrath (rechts) und Lena Feurig (2.v.r.) den derzeitigen Schauplatz der Geschichte.

Kiel. „Wir haben uns dem Erhalt der Fantastik verschrieben“, sagt Pepe Nuck über den Arbeitskreis Fantasy an der Christian-Albrechts Universität Kiel. „Das steht auch so in unserer Satzung.“ Denn der 1987 gegründete Arbeitskreis ist nach Vereinsprinzip organisiert.

Pepe Nuck ist seit sieben Jahren dabei und trifft sich jeden Mittwoch mit ungefähr 20 von insgesamt 30 Mitgliedern, um Rollenspielsysteme zu spielen. Fast alle Spieler sind Kieler Studenten. „Ein paar alte Hasen sind aber auch noch da“, erzählt Nuck. Im Gegensatz zum LARP (Live Action Role Play) sind die Spieler nicht mit Kriegsgerät aus Schaumstoff, sondern mit Würfeln bewaffnet. Die Spielsysteme sind von Autoren geschrieben, die durch Verlage veröffentlicht werden. Am Mittwochabend wird dann abgestimmt wer welches System, zum Beispiel „Deponia“ oder „Shadow Run Boston“, spielen möchte und die jeweiligen Gruppen teilen sich auf verschiedene Räume auf.

Selbstverständlich kann ein Mitglied auch ein eigenes Rollenspielsystem entwickeln. Überzeugend und schlüssig sollte es aber sein. „Wir hatten einmal ein selbstentworfenes System vorliegen, das niemand so recht verstanden hat“, erzählt die 1. Vorsitzende des Arbeitskreises Lena Feuring lachend. Sie sitzt zusammen mit Nuck und vier weiteren Mitstreitern an einem großen Tisch. Gespielt wird eine Pen & Paper Version des bekannten MMORPG (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game) „World of Warcraft“. Ohnehin geht es am Spieltisch sehr launig zu. „Das Schöne am Hobby ist, dass man nicht alleine am Rechner sitzt“, scherzt Spielleiter Nuck, der dann die bisherige Geschichte erzählt und den Plot erweitert. Jeder Spieler stellt seinen eigenen Charakter nach vorgegebenen Maßstäben zusammen. Es geht auch darum sich in die Geschichte und Welt einfühlen zu können, etwa Gerüche zu beschreiben. Aus Dialogen entstehen Szenarien. „Es ist aber nicht mehr so freakig wie noch vor 20 Jahren“, sagt Mitspieler Alexander Bloch. „Ich denke, das Rollenspiel ist inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Bei den vielen Systemen ist für jeden etwas dabei.“

Das Vereinsprinzip besagt auch, dass sich die Gruppe mindestens einmal pro Jahr öffentlich präsentieren muss. Im Rahmen der Unicon 42 (13. und 14. Mai) wird alles rund um das Fantastische auf einer Messe mit viel Mitmach-Potenzial präsentiert. Es wird Lesungen, einen Mittelaltermarkt, Musik, Workshops, ein Table-Top-Turnier und natürlich Rollenspielgruppen geben. Außerdem besuchen szenebekannte Zeichner und Autoren die Unicon und lassen sich über die Schulter schauen. „Wir haben einfach Freude daran das anzubieten“, sagt Pepe Nuck. Das gilt für die anstehende Unicon, als auch für den Arbeitskreis Fantasy. tbu

www.akf-hsg.uni-kiel.de